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Dormagen
Aktivisten protestieren gegen Tierhaltung im Zirkus

Dormagen: Aktivisten protestieren gegen Tierhaltung im Zirkus
Die Demo vor dem Zirkus. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Dormagen. Vor der letzten Vorstellung des Zirkus Traber in Dormagen demonstrierten Tierrechtler gegen Ausbeutung der Tiere.

Gut 40 Tierrechtler haben gestern Mittag vor der letzten Vorstellung des Zirkus Traber auf dem Schützenplatz an der Walhovener Straße gegen die Haltung von Tieren in Zirkussen demonstriert. "Zirkus ja - mit Tieren nein", skandierten sie unter anderem. Scharfe Auseinandersetzungen mit Zirkusbetreibern, wie anderenorts bereits geschehen, blieben aus. "Aus polizeilicher Sicht alles unauffällig", sagte Einsatzleiter Christian Bily, der mit drei Kollegen vor Ort war.

Schon lange vor Veranstaltungsbeginn hatten die Tierrechts-Aktivisten ihre Position bezogen - direkt gegenüber dem Kassenhäuschen des Zirkus, aber so weit entfernt, dass ein ungehinderter Zugang für Besucher sowie die Vorbeifahrt von Autos auf dem Parkplatz möglich waren. "Das ist eine Bedingung, die im Vorfeld abgesprochen wurde", so der Polizeisprecher. Die Tierrechtler um Organisatorin Adrienne Kneis transportierten per Plakaten und Spruchbändern ("Tiere fühlen, Tiere leiden", "Schluss mit der Tierausbeutung") und mit Durchsagen per Megafon ihre Haltung: "Tiere sind keine Unterhaltungsobjekte.

Zirkustiere sind lebenslange Gefangene, die zur Vollführung von ,Kunststücken' gezwungen werden", so Kneis. Die Tierrechtler, deren Aktion von der Familie Traber aus der Distanz kritisch beobachtet wurde, sind laut Kneis grundsätzlich gegen Tiere in Zirkussen, nicht nur gegen Wildtiere. In Flyern, die Besucher an die Hand bekamen, wurden diese gebeten: "Schenken Sie den Tiernummern keinen Applaus", und "Unterstützen Sie Zirkusse mit Tieren nicht durch ihren Besuch".

Anissa Saysay, die mit Ehemann und ihren beiden Kinder am Schützenplatz vorbei kam und die Demonstration verfolgte, sagte: "Die Kinder sind schon etwas geschockt, wenn sie diese Demo sehen. Der Zirkus lebt von den Vorführungen, aber ich kann beide Seiten verstehen." Eine Familie, die aus Köln gekommen war und anonym bleiben wollte, sagte vor ihrem Besuch: "Wir haben ein zwiespältiges Gefühl. Die Tierrechtler haben wohl Recht damit, dass die Tiere diese Vorführungen nicht freiwillig machen."

(schum)
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