| 00.00 Uhr

Dormagen
Allein mit 60.000 Bienen

Dormagen: Allein mit 60.000 Bienen
Georg Maika züchtet Bienen. Der Imker kümmert sich seit 30 Jahren um die heimische Honigproduktion und schwört auf die heilenden Kräfte des süßen und klebrigen Nahrungsmittels. FOTO: Stefan Büntig
Dormagen. Seit drei Jahrzehnten pflegt Imker Georg Mainka Bienen – im Sommer wie im Winter. Der Naturfreund schwört auf die heilende Kraft des Honigs, wovon er jährlich bis zu 400 Kilogramm erntet. Von Jonas Banken

Er verbindet seinen Lieblingsort mit einem ganz speziellen Geruch. "Im Sommer riecht es hier nach süßem Nektar", erzählt Georg Mainka, während er sich seinen Weg durchs Gras und vorbei an Brombeersträuchern zu den braunen und grünen Kästen bahnt. Unverkennbar ist das Summen – hier liegt Leben in der Luft.

Ganz ohne Schutzausrüstung öffnet der Imker die erste Zarge, den Wohnraum von über 60 000 fleißigen Bienen, und begutachtet das Volk. Zehn Kästen voller Honigsammler nennt Mainka auf dem Gelände des Horremer Schrebergartens sein Eigen.

"Mir geht es gar nicht so sehr um den Honig", erzählt der 51-Jährige. Viel wichtiger sei ihm, der Natur etwas Gutes tun zu können, denn die Bienen sind unverzichtbarer Bestandteil bei der Fortpflanzung von Bäumen und Blumen. Die kleinen Arbeiterinnen und ihre Königinnen sind Mainkas Haustiere.

So behandelt er sie auch: Alle paar Tage macht sich der Ford-Mitarbeiter zu seinen Schützlingen auf, untersucht jede Wabe, schaut, ob die Tiere genug Nahrung haben und überprüft den Schädlingsbefall. Dass er dabei fünf bis sechs Mal gestochen wird, macht ihm nichts aus.

"Die Bienen sind eigentlich sehr friedlich. Nur wenn ich eine mal aus Versehen einquetsche, wird sie zu Recht sauer." Bei seinen Bienen kann der Imker abschalten, die Natur und die frische Luft genießen. Gerne setzt er sich nach getaner Arbeit auf die Bank, die direkt neben den Bienenkästen steht, und bewundert den Fleiß der Tiere. Ihm macht es sichtlich Spaß zu beobachten, wie sich seine Tiere entwickeln und eifrig Honig sammeln.

Da er jährlich bis zu 400 Kilogramm der goldgelben Masse mit nach Hause bringt, benutzt er ihn inzwischen als Universalrezept. "Wenn ich Probleme mit dem Hals oder dem Magen habe, esse ich Honig pur. Das hilft oft, weil darin viele Nährstoffe enthalten sind, die dem Körper helfen können", erklärt der Familienvater.

Besonders freut den Vorsitzenden eines Imkervereins, der inzwischen über 30 Mitglieder zählt, wenn er Kollegen helfen kann oder neue Bienenfreunde dazu gewinnt. Er ist immer bestrebt, seine Erfahrungen weiterzugeben – Mainka will helfen, Fehler zu vermeiden, die den Bienen schaden. Das Hobby hat schon sein Opa gepflegt und weitergegeben.

Dass Mainkas Sohn die Bienenzucht des Papas übernehmen wird, glaubt er nicht. "Er hat es leider nicht so mit den kleinen Tierchen", sagt der Imker und wendet sich wieder der Wabe in seiner Hand zu, um endlich die Bienenkönigin zu finden, die sich vor ihm versteckt hält.

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dormagen: Allein mit 60.000 Bienen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.