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Serie Die Ferienmacher
Alles im Blick am Straberger Strand

Serie Die Ferienmacher: Alles im Blick am Straberger Strand
Alles im Blick - die Dormagenerin Tabea Ritterbach muss schon ein Fernglas zur Hand nehmen, wenn sie den Strand und den abgesperrten Wasserbereich am Straberg-Nievenheimer See ganz genau beobachten will. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Tabea Ritterbach gehört zum Team der DLRG Dormagen, das zur Sicherheit erholungssuchender Badegäste beiträgt. Von Klaus D. Schumilas

Dormagen Als der Sommer in der vergangenen Woche eine Pause einlegte, konnte sich Tabea Ritterbach entspannen. Der Strand am Straberg-Nievenheimer See war fast menschenleer, kaum jemand sprang ins kühle Nass. Die 18-Jährige hatte als Aufsicht über das Geschehen geruhsame Tage. Das änderte sich am Wochenende schlagartig, als die Temperaturen endlich stiegen. Da hieß es für Tabea Ritterbach und ihre Kollegen von der DLRG Dormagen, gehörig aufpassen. "Zum Glück ist es recht selten, dass wir hier ernsthaft eingreifen müssen", sagt die junge Frau. "So etwas muss ich auch nicht haben." Der Mückenstich, der versorgt werden muss, oder eine Schnittverletzung - Tabea hat bei diesen Wehwehchen schnell alles im Griff.

Dass sie einmal bei der Wasserwacht landet und viel Zeit ehrenamtlich damit verbringt, dafür zu sorgen, dass andere unbeschwert ihr Strand- und Badevergnügen genießen können, hatte sich schon in jungen Jahren abgezeichnet. Im Alter von vier Jahren machte Tabea ihr Seepferdchen in einem Kursus der DLRG. "Irgendwie bin ich dort hängengeblieben. Jeden Donnerstag ging es dann zum Schwimmtraining und ich habe weitere Schwimmabzeichen gemacht." Mit der Auszeichnung "Rettungsschwimmerin Bronze" in der Tasche übernahm sie als Jugendliche eine Gruppe Kinder, um sie ans Wasser zu gewöhnen - "mein erster Schritt in der Ausbildung zur Lebensretterin". Die 18-Jährige wurde dann stellvertretende Vorsitzende der DLRG-Jugend. Weitere Ausbildungsschritte waren Bootsführerin, Sanitäterin und Rettungsschwimmerin. "Das DLRG-Team ist schon so etwas wie eine zweite Familie für mich." Inzwischen absolviert Ritterbach an manchen Samstagen Einsätze zwischen 10 und 20 Uhr.

Es sieht ein wenig nach Urlaub aus, wenn die Lebensretter auf der sonnengeschützten Terrasse in luftiger Kleidung sitzen und das Geschehen im Wasser und am Strand beobachten. Aber es ist Arbeit, versichert die Dormagenerin. Denn es heißt, schnell einzugreifen, wenn sie sieht, dass ein kleines Kind mit Schwimmflügeln im Wasser steht und die Eltern zu weit entfernt sind. Oder wenn außerhalb des markierten Bereichs geschwommen wird. Auch müssen die DLRGler darauf achten, dass nicht Fremde von der "illegalen Seite des Sees", wie es Tabea Ritterbach nennt, in den Strandbereich schwimmen, um so das Eintrittsgeld zu sparen. "Die müssen wieder zurück", sagt sie mit einem Lachen.

Ab diesem Monat wird ihr Engagement bei den Lebensrettern etwas hintenan gestellt. Denn Tabea wird eine Schauspielschule in Siegburg besuchen und versuchen, ihren Lebenstraum zu erfüllen. Sie hat es geschafft, nach Workshops und einem Vorsprechen als eine von wenigen für diese Schule ausgewählt zu werden. Schon als Schülerin an der Grundschule Burg in Hackenbroich stand sie bei Musicals auf der Bühne, ebenso später am Leibniz-Gymnasium, wo sie in diesem Jahr ihr Abitur baute; sie war dabei, als die Feuerwehr für realistische Unfall- und Notfall-Übungen Darsteller suchte. "Schauspielerei ist momentan das Einzige, was ich mir als Beruf vorstellen kann."

Quelle: NGZ
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