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Dormagen
Als Kassiererin vom Piwipper Böötchen im Einsatz

Dormagen. Silvia Hoffmann engagiert sich ehrenamtlich für das kleine Böötchen, das Passagiere nach Monheim und zurück bringt. Von Vera Straub

Der Rhein ist fast so blau wie der Himmel. Schaukelnd nähert sich das Piwipper Böötchen von der Monheimer Rheinseite in Richtung Dormagener Ufer. Angekommen, steigen zahlreiche Erwachsene und Kinder mit und ohne Fahrrad aus. Zurück bleibt der Fährmann, der heute schon zahlreiche Touren gefahren ist und das Böötchen sicher von Ufer zu Ufer bringt - und Silvia Hoffmann, die heute die Kassiererin ist. Passagiere erkennen sie an der schwarzen Umhängetasche, an deren Außenseite Münzfächer angebracht sind. So hat sie das Wechselgeld gleich parat. Ohnehin wird dort mit kleiner Währung bezahlt: Eine Fahrt kostet pro Erwachsener zwei, pro Kind einen Euro - und Großfamilien erhalten einen besonderen Tarif. "Immerhin sind wir ein gemeinnütziges Unternehmen und wollen den Menschen Freude bereiten", sagt Heiner Müller-Krumbhaar, Vorsitzender des Piwipper Böötchen Vereins, der an diesem schönen Sonntag auch einige Touren mitfährt.

Silvia Hoffmann nimmt ihre Aufgabe sehr genau: Kaum legt das Böötchen ab, dreht sie ihre Runde, um zu kassieren. Langeweile kennt sie an sonnigen oder zumindest trockenen Tagen nicht, das Maximum in diesem Jahr waren rund 1000 Passagiere an einem Tag. Ebenso wie ihre rund 30 ehrenamtlichen Fährhelfer-Kollegen bringt sie die Eigenschaften mit, die dafür nötig sind: Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und Augenmaß. "Ich bin etwa fünf Mal pro Saison im Einsatz", sagt die erfahrene Ehrenamtlerin. Sie und ihre Familie lieben den Rhein, Flüsse allgemein. Ihr Mann Wolfgang ist Fährmann auf dem Piwipper Böötchen, Sohn Simon hat das Rheinpatent und fährt einen Tanker, Sohn Stefan hat das Fährpatent, ist Ingenieur und stand auch schon am Steuer der Piwipp. "Mir macht mein Einsatz Spaß, ich komme mit so manchen netten Menschen ins Gespräch."

Sie liebt das leichte Schaukeln des Bötchens, das von vorbeifahrenden Sportbooten noch verstärkt wird - von Seekrankheit keine Spur. "Dafür bin ich zu wasserfest", sagt sie und lacht. Ihr Mann und sie besitzen ein eigenes Boot, mit dem sie früher Holland, heute andere Flüsse wie die Lahn oder die Saar erkunden. Doch nicht nur das Kassieren macht sie sich zur Aufgabe: Auch die Vorbereitungen für die standesamtlichen Trauungen, die regelmäßig auf dem Böötchen stattfinden, liegen meist in ihrer Hand.

Quelle: NGZ
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