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Dormagen
Als Lehrerin zurück an die alte Schule

Dormagen: Als Lehrerin zurück an die alte Schule
Jetzt soll es auch endlich losgehen - der Klassenraum der 1b ist vorbereitet, Ramona Vonden erwartet ihre 22 Schützlinge auch mit ein wenig Ungeduld. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die Rheinfelder Regenbogenschule kennt sie ziemlich gut. Denn die hat sie selbst besucht. Und nun kehrt Ramona Vonden zurück. Morgen übernimmt die 27-Jährige zum ersten Mal als Klassenlehrerin ein erstes Schuljahr. Von Anneli Goebels

Das Klassentier wartet bereits - eine plüschige Giraffe wird künftig immer dabei sein, wenn die "Neuen" in ihrer Klasse sind, dort malen, erzählen, zuhören, rechnen, manchmal sicher auch träumen und ihre ersten Buchstaben schreiben werden. "Mit dem L werden wir starten", sagt Ramona Vonden. Sie ist die Klassenlehrerin der 1b mit 22 Mädchen und Jungen. Und ebenso wie für die i-Dötzchen beginnt für die 27-Jährige ein neuer Lebensabschnitt. Denn nach Studium, Referendariat und einigen Monaten Wartezeit ist sie seit vergangener Woche "Beamtin zur Probe" - und kehrt dorthin zurück, wo sie selbst schon vier Jahre die Schulbank gedrückt hat, an die Regenbogenschule.

"Drei Kollegen sind noch da, bei denen ich schon Unterricht hatte", erzählt Ramona Vonden, die gerade dabei ist, nach Köln umzuziehen. Denn noch hat sie ihre Wohnung in Paderborn, wo sie ein Lehramtsstudium für Grund-, Haupt- und Realschule mit Schwerpunkt Grundschule, wie es so schön heißt, gemacht hat. Ihre Fächer: Deutsch und Englisch. In ihrer 1b wird sie allerdings auch Mathe und Sport unterrichten. Ihre neuen Schüler kennt sie noch nicht, wohl aber deren Namen, denn die Ablagekästen und Kartons, um Zeichenmaterial wie Farbkasten, Kittel, Wachsmalstifte zu verstauen, stehen bereits in einem Regal und auf der Fensterbank. Dennoch sieht es in dem Klassenraum im zweiten Stock noch etwas kahl aus, aber für mehr Farbe sollen die Jüngsten im Laufe des Schuljahres ja auch selber sorgen.

Exklusiv im Klassenraum ist wohl die "Versammlungsecke", dort, wo alle wie in einer Art Stuhlkreis zusammen sitzen können. Denn die 1b wird auf Holzbrettern sitzen, die an leeren Flaschenkästen angebracht sind. "Diese Konstruktion hatten wir in Paderborn an der Grundschule, an der ich mein Referendariat gemacht habe", sagt die Lehrerin. Das habe dort so prima funktioniert, dass sie es auch in Rheinfeld haben wollte. "Mein Vater hat mir das gebaut", sagt sie und lacht. Einen Begrüßungsbrief hat sie jedem ihrer Schüler in den Briefkasten geworfen und ist dafür mit dem Fahrrad von Haus zu Haus gedüst.

Lehrerin wollte Ramona Vonden schon recht früh werden, doch nach dem Abi am Norbert-Gymnasium war sie erst ein halbes Jahr in Irland und arbeitete dort als Au-pair-Mädchen. "Schon vorher war klar, dass ich danach und vor Studienbeginn noch ein dreiwöchiges Praktikum an der Regenbogenschule machen würde", sagt sie. Doch zurück aus Irland war sie sich eigentlich sicher, dass sie nicht mehr mit Kindern arbeiten wollte. Das sah nach den drei Wochen anders aus. Sie verlängerte die Zeit sogar und blieb ein halbes Jahr an der Regenbogenschule.

28 Schulstunden gibt sie jetzt, die meisten davon in ihrer Klasse. Englisch beginnt für die Kleinen erst im zweiten Halbjahr. Volleyball, Beachvolleyball, Inliner fahren, lesen - das sind die Hobbys der 27-Jährigen, die heute zwar wieder einen ersten Schultag hat, aber erst morgen ihre Klasse begrüßen kann. Aufgeregt? "Nein, ich freue mich, dass es jetzt losgeht."

Quelle: NGZ
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