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Dormagen
Auch Bürger sollen Rathaus-Autos nutzen

Dormagen: Auch Bürger sollen Rathaus-Autos nutzen
FOTO: Berns Lothar
Dormagen. Die Stadt stellt ein Mobilitätskonzept. Damit sollen Mitarbeiter Dienstfahrzeuge auch an Wochenenden privat nutzen können und diese Autos auch Bürgern sowie anderen Behörden und Betrieben zur Verfügung gestellt werden. Von Klaus D. Schumilas

Es geht um Klimaschutz, Energieeffizienz und natürlich ums Geld: Denn wenn die Stadt erstmals ein umfassendes Mobilitätskonzept entwickelt, soll es am Ende viele Gewinner geben. Die Mobilität der Rathaus-Mitarbeiter soll künftig besser organisiert, die vorhandenen Ressourcen effektiver eingesetzt werden und am Ende zu Einsparungen führen. Konkret soll ein Stadtkonzern-übergreifender Pool eingerichtet werden, der aus Elektrofahrzeugen und einem gleichzeitig öffentlich zugänglichen Carsharing-Angebot besteht, "das wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist", sagt Beigeordnete Tanja Gaspers, die die Leitung einer Arbeitsgruppe hat, die dieses Thema verfolgt. Heißt zum Beispiel: Dienstwagen können von Mitarbeitern gegen Kostenerstattung abends oder am Wochenende auch privat genutzt werden. Heißt auch: In nicht ausgelasteten Zeiten kann der Rathaus-Fuhrpark durch Dritte, zum Beispiel andere Behörden und Betriebe, genutzt werden.

Ein externes Mobilitäts-Beratungsbüro - dessen Leistung vom Bundesfinanzministerium bezahlt wurde - hat im Vorfeld eine sehr detaillierte Fahrdatenerhebung vorgenommen. Danach verfügt der Stadtkonzern über 21 Dienstwagen, die von 93 Mitarbeitern genutzt werden, die damit rund 119.400 Kilometer im Jahr fahren. Die Gesamtkosten im Jahr belaufen sich auf gut 140.000 Euro. Das Beratungsbüro Eco Libro hat verschiedene Szenarien entwickelt, unter denen Kosten, aber auch der Kohlendioxid-Ausstoß reduziert werden können. Letzterer halbierte sich schon durch ein besseres Management, ohne besondere Pool-Effekte und dank E-Autos um die Hälfte auf rund 16.000 Tonnen. Noch interessanter sind die Effekte bei einer Vermietung der Fahrzeugflotte an Mitarbeiter sowie bei einer Erweiterung auch für Bürger - und dorthin soll die Reise letztlich gehen. In letzterem Fall würden 23 Fahrzeuge jährlich rund 3400 Mal vermietet werden. Die Einnahmen und damit der Deckungsbeitrag für die Stadt an den Gesamtkosten beliefen sich dann auf fast 37.000 Euro bei einer Gesamtfahrleistung von 154.000 Kilometern.

Im nächsten Schritt will die Verwaltung einen, wie sie sagt, "leistungsfähigen Dienstleister" finden, der ein solches neues Mobilitätssystem liefert und betreibt. Dazu gehört, so Beigeordnete Gaspers, neben den erforderlichen Fahrzeugen (Elektro-Autos) auch eine leistungsfähige Software. "Für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen kann die Stadt Fördermittel des Bundes erhalten", sagt sie, "die an Projektpartner weitergegeben werden können."

In den nächsten Jahren soll u.a. ein zentral gemanagter Fahrzeug-Pool organisiert und mit einem Carsharing auch ein Fahrradverleihsystem für die Dienstfahrten etabliert werden. Vorrangig sollen E-Fahrzeuge zum Zuge kommen. In der zweiten Jahreshälfte soll es in ersten Teilbereichen losgehen. Gaspers sagt: "Dieses Konzept aus einer theoretischen Betrachtung heraus in die Umsetzung zu bringen, das ist der nächste Meilenstein."

Quelle: NGZ
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