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Dormagen
Auf dem Weg zur "Stadt ohne Plastiktüten"

Billerbeck: Schräge Aktionen gegen Plastiktüten
Billerbeck: Schräge Aktionen gegen Plastiktüten FOTO: dpa, mjh fg
Dormagen. Einen Achtungserfolg erzielten jetzt die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen sowie Piraten/Die Linke in der Ratssitzung: Einstimmig wurde ihr Antrag verabschiedet, mit dem sich Dormagen auf den Weg zu einer plastikfreien Stadt machen soll.

Wahrscheinlich wird es dazu nicht ganz reichen, aber vielleicht zu einer Stadt, in der bald deutlich weniger Plastiktüten beim Einkauf benutzt werden.

So will das Umweltteam der Stadt den Sauberhafttag 2016 dafür nutzen, um das Projekt zu starten. Die Mitglieder der Werbegemeinschaften in der Innenstadt und in Top West sollen angesprochen und aufgefordert werden, Plastiktüten nur auf Nachfrage an die Kunden zu verteilen. Gleichzeitig werden Mehrwegtragetaschen eingeführt.

So sieht der erste Laden ohne Verpackung aus FOTO: Daniel Fiene

Rafael Kazior von den Piraten betonte, dass man nicht anstrebe, 100.000 Euro für dieses Vorhaben auszugeben. "Wir wollen die Leute darauf hinweisen, dass es Alternativen zur Plastiktüte gibt." Vorbild ist die Stadt Billerbeck, die das Modellprojekt "Unplastic Billerbeck" ins Leben gerufen hat. Dort haben sich die Kosten auf 100.000 Euro summiert, wobei 80 Prozent von der Stiftung Umwelt und Entwicklung übernommen wurden und jeweils zehn Prozent bei Stadt und Sponsoren blieben. Einen solchen Anteil wollte die CDU nicht mittragen und verwies auch auf den möglichen kostspieligen Personaleinsatz. Bürgermeister Erik Lierenfeld versicherte, dass ein solches Projekt ohne Kosten angeschoben werden soll, "einen Personaleinsatz wird es natürlich geben, unser Umweltteam sieht die Möglichkeit, dieses Projekt in einer kleinen Form umzusetzen. Wir machen das mit Bordmitteln".

Das sagen Düsseldorfer Kunden zum Gebrauch von Plastiktüten FOTO: Hans-Juergen Bauer

So soll das Ziel, dass in Geschäften künftig deutlich weniger Plastiktüten ausgegeben werden, in kleinen Schritten angegangen werden. Im Umweltteam ist man zuversichtlich, dass durch eine Politik der kleinen Schritte ein "psychologischer Druck" bei den Händlern entsteht, sich auch an dieser Aktion zu beteiligen, um Kunden zu zeigen, dass man umweltbewusst sei.

(schum)
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