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Serie Geheimtipp
Aufstieg zu den Türmen der Basilika

Serie Geheimtipp: Aufstieg zu den Türmen der Basilika
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Dormagen. Auf Turmführungen des Fördervereins kommen die Besucher der Spitze der Knechtstedener Klosterkirche ganz nah. Von Carina Wernig

Knechtsteden Dem Himmel ganz nah: Außergewöhnliche Ausblicke über Knechtsteden und die weitere Umgebung sind der Lohn für diejenigen Schwindelfreien, die sich zuvor über eine sechs Meter hohe Leiter und enge Wendeltreppen bis fast in die Spitze der Basilika gewagt haben. Über den Dächern von Knechtsteden gibt es ganz besondere Perspektiven auf die Türme. Um dorthin zu gelangen, müssen die Interessierten nicht nur schwindelfrei und trittsicher sein, sondern sich zuvor beim Vorstand des "Fördervereins für das Missionshaus Knechtsteden" für eine knapp dreistündige Turmführung angemeldet haben.

Über diese steile Leiter steigen die Besucher hoch. FOTO: Berns, Lothar (lber)

Denn einfach mal eben auf die Türme der Klosterbasilika - "das geht nicht", wie Stephan Großsteinbeck, im Fördervereins-Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, erläutert: "Es dürfen auch keine zu großen Gruppen sein, bei zehn Personen liegt die Obergrenze", sagt Großsteinbeck, der die Führungen mit Willi Bednarczyk, dem stellvertretenden Vorsitzenden, ausführt.

Nicht nur die Aussicht ist grandios, bereits der Weg dorthin hat es in sich. Er führt direkt durch die Wand: In der dicken Mauer rechts hinter dem Altarraum der Basilika Knechtsteden führt eine in den Stein gehauene, enge und unterschiedlich hohe Stufenfolge eine Etage hinauf. Ist dann die hohe Leiter überwunden, sind die Teilnehmer dem Langhaus unters Dach gestiegen - in knapp 20 Metern Höhe sind die Isolierung des Gewölbes von oben und die Holzbalken des Daches von unten zu erkennen. Besucher gelangen in die beiden 34 Meter hohen Türmchen der Basilika, den Glockenstuhl im achteckigen Vierungsturm, das Pilgertürmchen und den Uhrenturm.

In seinem Jubiläumsjahr 2012 zum 25-jährigen Bestehen hatte sich der Förderverein für das Missionshaus Knechtsteden diese besondere Führung ausgedacht. "Besichtigt werden Orte, die sonst keiner zu Gesicht bekommt", erklärte Hermann-Josef Lenz, Vorsitzender des Fördervereins.

Wer mit festem Schuhwerk ausgestattet - ohne Platz- und Höhenangst -, die engen Treppen und steilen Leitern erklommen hat, kann den Blick aus dem Turm über die Klosteranlage und den Knechtstedener Busch schweifen lassen, ein gusseisernes Uhrwerk von 1905 bewundern und sieht (und hört) die insgesamt zehn Tonnen schweren, 1931 von den Spiritanern in Auftrag gegebenen Glocken von Nahem. Nicht nur Archäologen können sich an drei verschiedenen Steintypen erfreuen: hellgrauer Trachyt für tragende Teile, bröckeliger Tuffstein und moderne Ziegel unter dem Dach in harmonischer Einheit.

Zum Abschluss der Türme-Tour wird im barocken Torbogen des Klosters Knechtsteden ein kleiner Imbiss mit hausgemachtem Schwarzbrot und ein Klosterschwarzbier (alternativ Mineralwasser und Apfelsaft) zur Stärkung gereicht.

Nachfragen bei Stephan Großsteinbeck unter 02133 8940 bringen die Höhenliebhaber den Türmen ein Stück näher. "Allerdings müssen wir die Wunschtermine der Kleingruppen noch mit dem Kalender des Klosters und den Veranstaltungen in der Basilika abstimmen", erklärt er. Zudem ist die Führung nicht gratis: 25 Euro pro Person kostet die Tour - der Erlös dient der Erhaltung der Basilika. So konnte sich der Förderverein im vergangenen Herbst an den Kosten der Fresko-Reinigung in der Basilika beteiligen. Übrigens ist eine Turmführung für Mitglieder des Fördervereins kostenfrei. "Und da der Mitgliedsbeitrag bei 20 Euro liegt, haben wir durch die Turmführungen schon manch neues Mitglied geworben", erklärt Großsteinbeck lachend.

Quelle: NGZ
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