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Dormagen
Aus dem Kreiskrankenhaus zum Fernsehen

Dormagen: Aus dem Kreiskrankenhaus zum Fernsehen
OP-Schwester Diane Rollert in einem Behandlungsraum. Die 29-Jährige spielte ihren Beruf bereits in einer Fernseh-Nebenrolle. FOTO: K. Schumilas
Dormagen. Die Dormagenerin Diane Rollert ist OP-Schwester und hofft nebenbei auf eine Karriere als Film-Darstellerin. Von Klaus D. Schumilas

Zuerst mochte es Diane Rollert gar nicht glauben, was sie sah: "Da lag ein Patient auf dem OP-Tisch und hatte noch Turnschuhe an." Was wie eine Szene aus einem schlechten Film klingt, ist tatsächlich eine, allerdings aus einem guten, der im kommenden Jahr im ZDF-Abendprogramm zu sehen sein wird. Mit dabei ist die 29 Jahre alte Dormagenerin, die in dem Thriller "Schattenfreundin" mit Miriam Stein und Harald Krassnitzer in den Hauptrollen eine kleine Rolle spielt. Rollert konnte jedenfalls am Drehort, eine Privatklinik in Köln, gleich fachlich eingreifen, denn sie ist gelernte OP-Schwester und arbeitet im Kreiskrankenhaus Hackenbroich.

Eigentlich hatte sich die junge Frau sogar schon von der Vorstellung verabschiedet, auch nur in kleinen Komparsen-Rollen mitwirken zu können. Denn vor zwei Jahren hatte sie eine Entscheidung getroffen, die sie heute als völlig falsch bewertet und bitter bereut. Sie erhielt von einer Münchener Produktionsfirma die Anfrage, ob sie für einen Kinofilm die Freundin des Hauptdarstellers, Jürgen Vogel, einem der besten deutschen Schauspieler, spielen möchte. Wahrscheinlich die Chance ihres Lebens, in dieses Metier einsteigen zu können. Aber Diane Rollert sagte aus privaten Gründen kurzfristig ab. "Damit war ich raus und habe auch nichts mehr von der Firma gehört." Aber wie so oft, wenn das Herz tatsächlich an etwas hängt, öffnet sich noch einmal eine Tür. Das war vor vier Wochen der Fall: "Die Firma Producer's Friend rief im Krankenhaus an und fragte, ob es bei uns eine Krankenschwester gebe, die in einem Abendfilm mitspielen könnte. Die Kollegen haben sofort an mich gedacht und mich angerufen." Vor zwei Wochen war Drehtag, an dem die 29-Jährige eine Kranken- sowie OP-Schwester spielte. "Ich durfte immerhin einen Satz sagen: ,Frau Dr. Ortrup, die Kita Ihres Sohns ist am Telefon'. Dann halte ich der Ärztin, gespielt von Miriam Stein, im OP das Telefon für einige Sekunden ans Ohr." Zuletzt kam die Anfrage, neben Tom Beck ("Alarm für Cobra 11") die Zivilpolizistin zu spielen. "Leider hatte ich Dienst. Ich habe der Firma jetzt meinen Dienstplan geschickt."

Die gebürtige Dormagenerin besuchte die Realschule am Sportpark und machte in Neuss ihr Fachabitur. Im Anschluss begann sie eine Ausbildung zur OP-Schwester in Hackenbroich. "Bei der ersten OP, eine harmlose Kniespiegelung, bin ich umgekippt", erinnert sie sich. Das ist sechs Jahre her und inzwischen ist Rollert Allrounderin und bei allen Operationen dabei, egal ob Gynäkologisches, Knie, Magen oder Gefäße. "Manchmal steh ich acht, neun Stunden mit am OP-Tisch." Per Fernstudium studiert sie derzeit Homöopathie, mit dem Ziel, sich mit ihrer Schwester Julia (Ernährungswissenschaft) selbständig zu machen. Oder sie wird doch (noch) Schauspielerin - "das wäre ein Traum".

Auf der Straße wurde sie in Köln 2014 von der Agentur Eick angesprochen. Nach ein paar Tagen ging sie zum Vorsprechen, zwei Wochen später hatte sie eine Komparsen-Rolle in der ARD-Vorabendserie "Rentnercops" (mit Tilo Prückner): als tanzendes Mädchen oder als Bordell-Mädchen. Es lief ganz gut, bis die Freundin für Jürgen Vogel gesucht wurde.

Quelle: NGZ
 
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