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Dormagen
Aus Mietern werden "Genossen"

Dormagen: Aus Mietern werden "Genossen"
Hallo Nievenheim, wir kommen. Inga, Christian und Aike Seil leben noch in Düsseldorf-Oberbilk. FOTO: Georg Salzburg
Dormagen. Familie Steil aus Düsseldorf gehört zu denen, die in Nievenheim bald in einer für Dormagen ganz neuen Wohnform leben werden, dem "Nachbarschaftlichen Wohnen in Dormagen" (NaWoDo). Dahinter steht eine Genossenschaft. Von Anneli Goebels

Eigentlich sind sie zufrieden mit ihrer Wohnung: 100 Quadratmeter im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk, die Jobs wohnortnah, nette Nachbarschaft, gute Infrastruktur. Und dennoch haben sich Inga und Christian Steil entschieden, die Stadtwohnung zu verlassen und aufs Land zu ziehen - nach Nievenheim, ins Neubaugebiet Nievenheim IV.

Dort hat sich das Ehepaar für ein ganz spezielles Wohnen entschieden, nämlich eins, in dem unterschiedliche Generationen zusammenleben, jeder in seiner Wohnung zwar, jedoch mit Gemeinschaftsräumen und gemeinsamen Projekten. Dafür wurde die Genossenschaft "Nachbarschaftlich Wohnen in Dormagen" (NaWoDo) gegründet. "Wir kommen aus Norddeutschland, leben seit 2007 in Düsseldorf, seit 2010 in Oberbilk", sagt Christian Steil. Der 36-Jährige arbeitet als Psychotherapeut, seine gleichaltrige Frau in der Versicherungsbranche. Überlegungen, sich etwas Eigenes anzuschaffen, gab es immer wieder.

Doch der angespannte Wohnungsmarkt gab nichts Passendes her. "Per Zufall stießen wir auf eine kleine Anzeige der Genossenschaft im Magazin 'Schrot und Korn', das immer unserer Biokiste beiliegt", erzählt der Familienvater. "Daraufhin haben wir uns erst einmal die Homepage angesehen", so Inga Steil. Was sie dort lasen und sahen, gefiel ihnen sehr. Schnell kam ein persönlicher Kontakt zustande. Das ist jetzt zwei Jahre her. Die Steils, zur Familie gehört auch der zweijährige Sohn Aike und im Mai kommt das zweite Kind, sind längst Mitglied der Genossenschaft und haben in dem geplanten Komplex ihre Wohnung gefunden, eine gut 100 Quadratmeter große Dachgeschosswohnung.

"Uns hat vor allem die Idee gereizt, mit vielen unterschiedlichen Generationen gemeinsam zu leben", sagt Christian Steil. "Gerade weil unsere Familie in Norddeutschland wohnt und wir uns nicht mal eben sehen können, ist es auch für unsere Kinder schön, in dieser Gemeinschaft aufzuwachsen", ergänzt seine Frau. Schön fänden es die Steils allerdings auch, wenn sich noch weitere junge Familien für das Wohnprojekt begeistern würden. "Wir sind nicht die einzige Familie mit kleinen Kindern, aber einige mehr würden der Mischung schon noch gut tun", sagt Inga Steil, die durch Bekannte in Norddeutschland, die in einem ähnlichen Projekt leben, mit dieser Wohnform bereits vertraut ist.

Außerdem: "Durch die regelmäßigen Treffen und Workshops sind unsere neuen Nachbarn längst zu guten und lieben Bekannten geworden und jetzt freuen wir uns auf den Umzug." Der wird allerdings noch etwas dauern. Familie Steil geht davon aus (und hofft), dass sie 2018 die Koffer in Düsseldorf packen und auf Dormagener Stadtgebiet ziehen kann. Dass dort das Freizeitangebot nicht ganz so abwechslungsreich sein wird, sehen die beiden gelassen. "Mit zwei kleinen Kindern geht man abends eh nicht so häufig weg", sagt Christian Steil und lacht. Und wenn - wird's an Babysittern sicher nicht mangeln.

Quelle: NGZ
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