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Dormagen
Ausschuss diskutiert Integrationskonzept

Dormagen. Allen, die damit zu tun haben, ist klar, dass Integration ein langfristiger und nicht leichter Prozess ist. So kann ein Integrationskonzept auch nicht die Größe eines Flyers haben, in Dormagen ist es ein kleines Werk mit über 50 Seiten. Über den Entwurf eines solchen Konzeptes diskutierte am Donnerstagabend der Jugendhilfeausschuss rund anderthalb Stunden, prüfte den Inhalt auf Herz und Nieren, sah viele Stärken, aber auch Nachbesserungsbedarf. Ausschussvorsitzender Jo Deußen (CDU): "Bei den Punkten Finanzierung, Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern oder das Ankommen von Flüchtlingen in Dormagen, die eine andere Religion mitbringen - das waren unter anderem Themen, die intensiv diskutiert wurden und die auch in das Konzept noch eingebracht werden sollen."

Die Verwaltung spricht selbst von einem "Integrationskonzept als Momentaufnahme der Integrationsbemühungen". Es enthalte "kurz-, mittel- und langfristiger Ziele und Maßnahmen der Umsetzung zur Unterstützung und Integration von Menschen aus anderen Ländern". Es ist ein Konzept, in das andere, erfolgreiche Projekte miteinfließen, zum Beispiel das Leitprojekt "Kein Kind zurücklassen". Als Adressaten gelten die Menschen, die nach Dormagen zugewandert sind bzw. noch kommen. Als Bereiche sind in dem Konzept definiert: sprachliche, berufliche, soziale, kulturelle/politische Integration und Bildungsintegration.

Was in diesem Konzeptentwurf eindeutig zum Ausdruck kommt, ist, dass bei der konkreten Umsetzung das Prinzip "Fördern und Fordern" im Vordergrund steht. Ziel ist ein integriertes Leben und eine Existenz unabhängig von staatlichen Transferleistungen. Die Zuwanderer müssen "frühestmöglich in die bestehenden Regelsysteme von Erziehung, Bildung, Ausbildung und Arbeit gebracht werden. Die sprachlichen und gesellschaftlichen Integrationsbemühungen sind hierbei von besonderer Bedeutung", heißt es. Gerade dort hakt es, weil, so wurde laut Deußen in der Sitzung deutlich, "es zu wenig Bewerber für Sprachförderung gibt. Der Markt ist leer gefegt". Ein wichtiger Aspekt ist auch die gesellschaftliche Integration, zum Beispiel in bestehende Vereinsstrukturen. Die Teilnahme am Vereinsleben "stellt einen wichtigen Baustein bei der Integration in eine Gesellschaft dar", heißt es in dem Konzept. In der nächsten Sitzung am 24. November wird es weiter diskutiert.

(schum)
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