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Dormagen
Barock ist Schwerpunkt beim Festival Alte Musik

Dormagen: Barock ist Schwerpunkt beim Festival Alte Musik
Der Innenhof des Kloster-Kreuzgangs ist am Sonntag, 20. September, Schauplatz der "Landpartie" mit der Kaffeekantate von Bach. FOTO: M. Roos
Dormagen. Knechtsteden lockt vom 19. bis 27. September mit einer Vielzahl von Konzerten. Eines findet auch im Kreismuseum in Zons statt. Von Stefan Schneider

Wenn sich ein eloquenter Pessimist und ein nicht minder wortgewandter Optimist ein Rededuell liefern, dann kann das überaus anregend sein. Den Beweis lieferten gestern Hermann Max, Künstlerischer Leiter des Festivals Alte Musik Knechtsteden und eher dem Pessimismus zugeneigt, und Thomas Höft, durch und durch optimistischer Geschäftsführer des Zentrums für Alte Musik Köln. Bei der Pressekonferenz zur Vorschau auf das Festival, das vom 19. bis 27. September überwiegend in der Basilika des Klosters Knechtsteden ablaufen wird, diskutierten sie kontrovers über die Zukunft ihres Fachgebietes. Das war emotional, lustig, unterhaltsam - und vor allem: nie langweilig. Auffällig, dass beim humorvollen Disput der beiden Herren damit exakt jene Eigenschaften hervortraten, die sie selbst sich von den Veranstaltungen des Festivals Alte Musik erhoffen.

In dessen Mittelpunkt steht diesmal die Epoche des Barock, die außer von Intellektualität vor allem von Gefühlen geprägt war, wie Max deutlich machte: "Ziel war es, die Emotionalität der Menschen anzusprechen. Auch heute geht es immer noch um die Frage: Finden die Leute, die sich die Musik anhören, diese verständlich?" Der Künstlerische Leiter ist schon jetzt auf die Reaktionen des Publikums gespannt und hofft in diesem Zusammenhang insbesondere auf Rückmeldungen jener zehn Oberstufenschüler des Knechtstedener Norbert-Gymnasiums, die im Rahmen einer von Rheinischer Post/Neuß-Grevenbroicher Zeitung unterstützten Schreibwerkstatt beim Festival als Rezensenten gefragt sind. "Seien Sie kritisch", forderte Max die jungen Leute auf, die dem Pressegespräch ebenfalls beiwohnten.

Max, aber auch Höft und Martin Kahl, dem Geschäftsführer des Festivals, ist sehr daran gelegen, Vorurteile gegenüber Alter Musik abzubauen. "Wir müssen Wände einreißen und zeigen, dass Musik von Bach nicht 'schwer' und nur etwas für harte Philosophen, sondern oft sogar sehr komisch ist", sagte Max. Die Organisatoren bauen Interessierten Brücken zum besseren Verständnis in Form von Erläuterungen. "Zu jedem Programm wird es eine Einführung und eine Diskussion geben", kündigte Höft an.

Gleich zum Auftakt am 19. September wird beim Jungen Festival auf dem Klostergelände in Knechtsteden die Altersgruppe der etwa 16- bis 25-Jährigen angesprochen. Und im Programm an den folgenden Tagen kommt Amüsantes nicht zu kurz. Telemanns Lustspiel "Pimpinone" am 22. September ist dafür ein Beispiel, das Symposion "Spott und Sarkasmus bei Luther" am 27. September ein anderes. Bis auf das Symposion (in Köln/siehe Programmkasten) und die Cembalomusik von Couperin und Bach am 24. September (im Kreismuseum Zons) läuft das Festival in Knechtsteden. Karten u.a. über www.koelnticket.de

Quelle: NGZ
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