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Dormagen
Baugenossenschaft startet Abriss

Dormagen: Baugenossenschaft startet Abriss
An der Helbüchelstraße hat der Abriss begonnen. FOTO: Baugenossenschaft
Dormagen. An der Helbüchelstraße werden die maroden Häuser "chirurgisch" abgetragen.

Vor rund zwei Monaten hat die Baugenossenschaft Dormagen noch zur Abrissparty an die Helbüchelstraße geladen, um mit den ehemaligen Bewohnern der fast einhundert Jahre alten Gebäude noch einmal in alten Erinnerungen zu schwelgen. Jetzt hat der schrittweise Rückbau der Wohngebäude an der Helbüchel- und Friedrich-Ebert-Straße begonnen. An ihrer Stelle sollen ab 2018 mit den Höfen am alten Wochenmarkt zeitgemäße Wohnungen im Zentrum Dormagens entstehen, die den heutigen Erwartungen an Komfort, Energieeffizienz und Barrierefreiheit entsprechen.

Mit dem Abriss der alten Gebäude endet ein Stück lokaler Geschichte. Dafür wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. "Wir wollen unsere Quartiere stetig und nachhaltig weiterentwickeln, deshalb ist der Abriss ein Gebot der ökologischen und wirtschaftlichen Vernunft", sagt Vorstand Axel Tomahogh-Seeth. Die geplanten Höfe am alten Wochenmarkt tragen den modernen Anforderungen Rechnung und wurden mit besonderem Blick auf Barrierefreiheit und Energieeffizienz geplant.

Der große Rumms beim Abriss bleibt aus. Denn heutiger Rückbau geht mit Blick auf die Ressourceneffizienz behutsam und präzise vor sich, sagt Tomahogh-Seeth. "Er gleicht mehr einer chirurgischen Operation, wenn Anlagenteile, Bauschutt und andere Abbruchmaterialien nacheinander ausgebaut und abgetragen werden." Denn viele Stoffe wie Steine, Metalle und Kunststoffe können recycelt werden. Nach diesjährigen Angaben des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden sind in Deutschland im Jahr 2014 von einer Gesamtmenge von 401 Millionen Tonnen knapp 210 Millionen Tonnen mineralische Bau- und Abbruchabfälle inklusive Bodenaushub angefallen. Dazu zählen neben Beton und Ziegeln auch Fliesen oder Keramik.

Wie beim Häuten einer Zwiebel arbeitet sich der selektive Rückbau Schritt für Schritt von der Gebäudehülle ins Herz des Bauwerks vor. Der anfänglichen Entrümpelung folgt die Entkernung. Dabei werden alle Einbauteile wie Dachpfannen, Türen, Fenster, Böden, Unterdecken, nichttragende Innenwände entfernt sowie die Gebäudetechnik, also Lüftung, Heizung, Sanitär- und Elektroinstallationen ausgebaut. Am Ende dieses Vorganges stehen nur noch die statisch relevanten Bauteile.

(schum)
 
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