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Dormagen
Baugenossenschaft wirbt um junge Mieter

Dormagen: Baugenossenschaft wirbt um junge Mieter
Dormagen. Die Dormagener Baugenossenschaft in Horrem nimmt als vorrangige Zielgruppe Studenten, Auszubildende und Familien in den Fokus. Das größte Wohnungsunternehmen will den Ortsteil weiter vorantreiben. Von Klaus D. Schumilas

Das 15 Millionen Euro schwere Großprojekt ist gerade einmal seit sechs Wochen abgeschlossen und der schmucke Campus Weilerstraße längst eröffnet, da steckt die Dormagener Baugenossenschaft wieder im Tagesgeschäft. Das heißt Sanierung und Modernisierung ihres Bestandes, das heißt aber ebenso den Blick in die Zukunft zu richten.

Diese Kernfragen müssen die beiden agilen Vorstände des stärksten Dormagener Wohnungsunternehmens, Martin Klemmer und Axel Tomahogh-Seeth, beantworten: Wie sieht Wohnen in 20 Jahren aus? Was muss die Baugenossenschaft tun, um für die Erfordernisse in diesem Zeitfenster gerüstet zu sein? Parallel arbeiten beide daran, neue Zielgruppen für das genossenschaftliche Wohnen zu begeistern. Im Fokus: Auszubildende, Studenten und junge Familien. "Dadurch würde Horrem jünger werden", sagen sie.

Laura Beer und Alice Klingen haben beim Wettbewerb der Genossenschaft unter dem Titel "Deine Idee. Deine WG" gewonnen und dafür drei Monate mietfreies Wohnen erhalten. Die Studentin Klingen und die Heilerziehungspflegerin sind in ihren Heimatort zurückgekehrt. Mit Flyern und Plakaten wirbt die Baugenossenschaft an den Universitäten in Köln und Düsseldorf um Studenten, aber vor allem auch um Auszubildende, die beispielsweise im Chempark arbeiten. Auf sie zielt der Slogan "Du hast den Job, wir haben die passende Wohnung".

"Der Standort Dormagen und hier speziell Horrem ist aufgrund der Verkehrsanbindung perfekt", sagt Martin Klemmer. "Beide Metropolen sind per S-Bahn in kurzer Zeit zu erreichen." Tomahogh-Seeth ist davon überzeugt, dass es viele Studenten gibt, die im wesentlichen auf ihr Studium fokussiert sind, in einem ruhigen Umfeld und in einer bezahlbaren Wohnung leben und lernen wollen. Ebenso Azubis: "Viele kommen aus der Region und werden auch hier bleiben." 50 leere Wohnungen stehen zur Verfügung, vorwiegend in Horrem. Wer selbst renoviert und Wände streicht, wird mit einem niedrigeren Mietzins belohnt.

Aktuell entsteht im Bereich der Helbüchel- und Friedrichstraße neuer Wohnraum. Die bestehenden Wohneinheiten (insgesamt 59) stammen aus den frühen 1950er-Jahren und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen vor allem in puncto Energieeffizienz. Die Wohnungen sind fast alle leer, den Mietern wurden andere Wohnungen der Genossenschaft angeboten, es wurden auch Kündigungen ausgesprochen. Geplant sind 54 neue Wohneinheiten an der Helbüchelstraße sowie 30 Einheiten und zwei Wohngruppen an der Friedrich-Ebert-Straße. Ein weiterer Sanierungsort ist Hackenbroich: Dort werden an der Raiffeisenstraße in zwei Abschnitten 18 Wohnungen auf den neuesten Stand gebracht. In konkreten Vereinbarungen wurde mit allen Mietern festgelegt, dass sie in ihre alte Wohnungen zurückkehren können oder ob sie in ihrem "Ausweichquartier" bleiben möchten. Das weitere Modernisierungs-Engagement in Horrem (Akazienstraße) macht die Wohnungsbaugenossenschaft vom Lärmschutz an der A 57 abhängig. Der sei zugesagt, so Klemmer, aber terminlich nicht festgelegt. Erst dann wolle man dort aktiv werden.

Quelle: NGZ
 
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