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Dormagen
Bayer-Haus bleibt Flüchtlingsunterkunft

Dormagen: Bayer-Haus bleibt Flüchtlingsunterkunft
Das frühere Bayer-Wohnheim C 29 Am Wäldchen kann für ein weiteres Jahr als Flüchtlingsherberge genutzt werden. Covestro verlängerte den Mietvertrag mit der Stadt - wenn auch letztmalig. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die Zuwanderer waren gestern auch Thema beim Neujahrsempfang der Stadt, die auf Hilfe von Covestro bauen kann. Von Stefan Schneider

Die Stadt kommt wohl vorerst darum herum, weitere Turnhallen für die Unterbringung von Flüchtlingen nutzen zu müssen. Das wurde gestern beim Neujahrsempfang in Gohr deutlich. "Wir freuen uns darüber, dass die Firma Covestro sich bereiterklärt hat, mit uns den Mietvertrag für die Gemeinschaftsunterkunft Am Wäldchen für Asylbewerber für ein Jahr zu verlängern", teilte Bürgermeister Erik Lierenfeld den rund 500 geladenen Gästen im Festzelt nahe dem Jägerweg mit. "Allerdings letztmalig", so die Einschränkung des Verwaltungschefs.

Covestro ist das Nachfolgeunternehmen von Bayer MaterialScience (BMS), das neunstöckige Haus Am Wäldchen (ehemals Wohnheim C 29) diente früher als Domizil für Bayer-Mitarbeiter und wurde zuletzt schon mit bis zu 200 Flüchtlingen belegt. Die Verlängerung des Mietvertrages sei wichtig, urteilte Lierenfeld. Denn das Land NRW hat zwar angekündigt, die Zahl der Notunterkünfte in den Kommunen zu senken. "Trotzdem sind wir auf das Wohnheim dringend angewiesen, um hier kommunal zugewiesene Flüchtlinge unterzubringen. Die wegfallenden Notplätze des Landes muss die Stadt in gleicher Anzahl für fest zugewiesene Flüchtlinge ersetzen", erläuterte der Bürgermeister.

Im mit blau-weißen Luftballons geschmückten Festzelt der Gohrer und Broicher Turfgrafen wartete Lierenfeld in seiner unterhaltsamen und teils auch humorvollen Ansprache mit weiteren Neuigkeiten auf - und mit einer Überraschung. Zu den Neuigkeiten gehörte die Mitteilung, dass die Stadt in diesem Jahr einen Tag der offenen Tür mit kleinen Festen in den Flüchtlingsunterkünften veranstalten wird, um den Bürgern die "Angst vor dem Unbekannten" zu nehmen. Zudem werde für den 5. März zu einer großen Konferenz unter dem Motto "Vom Flüchtling zum Nachbarn" eingeladen. Der Schlüssel zur Integration sei nicht nur Sprache, sondern auch Begegnung, sagte Lierenfeld, der dafür warb, Integration als Gemeinschaftsaufgabe zu betrachten. Optimismus, Selbstbewusstsein, Offenheit, dazu eine Prise Geduld, Toleranz und Vorsicht: Das sei das Grundrezept für ein gedeihliches Miteinander in Dormagen.

Eine gute Nachricht gab es aus dem Bereich Freizeit und Wirtschaft: Dormagen erhält eine neue Veranstaltungshalle mit 600 Sitzplätzen bzw. rund 1000 Stehplätzen. Eine Firma hat dazu das Gebäude des ehemaligen Holzhandels Hadricks an der Düsseldorfer Straße in St. Peter gekauft. Und die Überraschung? Er könne sich vorstellen, den Politikern eine Senkung der Gewerbesteuer vorzuschlagen, sagte Lierenfeld. Als daraufhin erhebliches Gemurmel im Zelt entstand, fügte er launig hinzu: "Die Diskussionen fangen schon an. Aber geben Sie mir noch drei Minuten." So blieb noch Zeit, um neben zahlreichen anderen Gästen aus allen gesellschaftlichen Bereichen die achtköpfige Delegation aus der französischen Partnerstadt St. André zu begrüßen.

Quelle: NGZ
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