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Dormagen
BBZ baut Brücken für Logistiknachwuchs

Dormagen: BBZ baut Brücken für Logistiknachwuchs
Für die Azubis der Firma Quehenberger Logistics hat ihre Branche Zukunft: (v.l.) Christina Mausberg, Ismail Dingil, Bettina Dexmann, Dennis Lukaszewski, Bianka Kosbab, Tobias Schreiber. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Das Berufsbildungszentrum in Dormagen hat bei einem Forum den Kontakt zu Transport- und Speditionsfirmen im Rhein-Kreis vertieft. Ziel ist es, mehr Schulabgänger für eine Laufbahn in der Branche zu gewinnen. Von Stefan Schneider

Ralf Weber weiß, was seine Schützlinge drauf haben. Wenn Schüler die am Berufsbildungszentrum (BBZ) Dormagen angegliederte Höhere Handelsschule mit dem Schwerpunkt Logistik verlassen, haben sie schon mehr als 200 Stunden logistischen Fachunterricht erhalten, berichtete der kommissarische Schulleiter jetzt beim Logistikforum am BBZ. Das Zentrum bereitet auf diverse Berufsbilder in der Branche vor - von Speditionskaufleuten über Fachlageristen bis hin zu staatlich geprüften Fachwirten für Logistik. Damit bringen die Schüler eigentlich ideale Voraussetzungen für eine berufliche Laufbahn in diesen Bereichen mit. Umso bedauerlicher, dass viele der rund 40 Abgänger jährlich sich dann anders orientieren - obwohl viele der etwa 1000 Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss händeringend guten Nachwuchs suchen.

Ziel des Logistikforums war es, diesem Missverhältnis entgegenzuwirken; das BBZ will die Zusammenarbeit zwischen Schule und Unternehmen weiter vertiefen. Wie das aussehen könnte, machte unter anderem Lehrer Henning Herchenbach den Gästen deutlich. Von den 1000 Logistikern im Kreis waren 50 im BBZ vertreten, immerhin fünf Prozent, wie Weber konstatierte. Herchenbach trug einige Anliegen an sie heran, um eine noch engere Verzahnung von Theorie und Praxis zu erreichen. Im Wesentlichen nannte er drei Bausteine: Die Unternehmen sollen es den Schülern ermöglichen, sich vor Ort ein Bild von den im Unterricht behandelten Themen wie Ladungssicherung, Lagerung, Verzollung oder Umgang mit Gefahrhütern zu verschaffen. Ausdrücklich erwünscht sind auch Besuche von Unternehmensvertretern im BBZ zu Fachgesprächen oder Vorträgen. Und: Da ein dreiwöchiges Praktikum in der Logistik Pflicht werden soll, benötigt das BBZ entsprechende Plätze in den Betrieben. "So lernen unsere Schüler die Branche von innen kennen und haben beim Ausbildungsstart gleich einen Vorsprung gegenüber Azubis ohne solche Erfahrungen", sagte Herchenbach. Vorteil für die Betriebe seien schnellere Mitarbeit, weniger Ausbildungsabbrüche und bessere Prüfungsergebnisse.

Thomas Heinrichs vom Logistiker und Hafenbetreiber UCT in Stürzelberg warb dafür, die Praktikazeiten zu entzerren, damit nicht alle Schüler gleichzeitig einen Platz benötigten. Ralf Weber lieferte dazu prompt eine Idee: Die Praktika könnten auch in den Ferien abgeleistet werden.

Der kommissarische Schulleiter rückte auch die Schüler aus den beiden Internationalen Förderklassen am BBZ, von denen einige beim Forum anwesend waren, in den Blickpunkt der Betriebe. Die jungen Leute aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Pakistan und diversen anderen Ländern fielen nicht nur durch Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und respektvolles Auftreten angenehm auf, sondern auch durch ihre große Lernbereitschaft. "Das Potenzial ist da", betonte Weber und warb auch für diesen Kreis um Praktikumsplätze. Das einzige Handicap seien mangelnde Deutschkenntnisse. Doch an deren Verbesserung werde am BBZ unter Hochdruck gearbeitet.

Quelle: NGZ
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