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Katasteramt
BBZ-Schüler aus Syrien lernt das Vermessen

Katasteramt: BBZ-Schüler aus Syrien lernt das Vermessen
Der junge Syrer Ammar Ammis macht ein Praktikum beim Kreisvermessungsamt. In Münchrath wird er unterstützt von Armin von Hagen, Michael Fielenbach und Albert Cloeters. FOTO: RKN
Dormagen/Grevenbroich. Ammar Ammis kam erst vor 14 Monaten nach Deutschland. Beim Katasteramt lernt er den Beruf des Vermessungsingenieurs kennen.

Die Kapelle in Münchrath ist für die meisten Praktikanten im Kataster- und Vermessungsamt des Rhein-Kreises Neuss einer der ersten Punkte, an dem sie lernen, wie Vermessung funktioniert. "Dort ist nicht viel Verkehr und die Kapelle ist frei zugänglich", sagt Diplom-Ingenieur Holger Stiefermann, der häufig zusammen mit Albert Cloeters Praktikanten betreut. "Deshalb lassen wir die Schüler oder Studenten dort gern praktisch arbeiten."

Auch der junge Syrer Ammar Ammis griff in Münchrath erstmals zu Messband, Tachymeter und GPS-Gerät und zeichnete im Anschluss daran ein Vermessungsprotokoll. Insgesamt zwei Wochen lang begleitete der Schüler die Mitarbeiter des Kreis-Katasteramtes und bekam dabei einen lebhaften Einblick in deren Alltag. "Die Arbeit war für mich sehr interessant", sagt der 18-Jährige im Rückblick. "Ich fand es toll, dass ich auch selbst berechnen und messen durfte."

Positiv fiel ebenfalls das Zeugnis aus, das Ammar Ammis im Anschluss an das Praktikum erhielt. Ihm wurden "gute Sprachkompetenz, schnelle Auffassungsgabe und hohe kognitive Eigenschaften" bestätigt. "Wir bieten gern solche Praktika für Schüler, aber auch für Studenten an", betonen Amtsleiter Armin von Hagen und Produktgruppenleiter Michael Fielenbach. "Einerseits machen wir damit Werbung für das Berufsbild des Vermessungsingenieurs. Auf der anderen Seite ermöglichen wir den jungen Leuten einen ersten Einblick in die Arbeitswelt."

Obwohl ihm die Tätigkeit großen Spaß bereitet hat: Ammar Ammis hat sich noch nicht festgelegt, ob er sich später beruflich tatsächlich in Richtung Architektur oder Vermessungswesen orientiert. Er ist erst vor 14 Monaten allein nach Deutschland gekommen, lernte zunächst in einer der Internationalen Klassen am Berufsbildungszentrum (BBZ) Dormagen die deutsche Sprache und besucht dort zurzeit die Höhere Handelsschule. Ralf Weber, kommissarischer Schulleiter des Berufsbildungszentrums, Bildungsgangleiter Udo Hentrich und Schulsozialarbeiterin Christiane Winkels wissen, dass Berufsorientierung enorm wichtig ist. Insbesondere die Schüler der Internationalen Klassen ihrer Schule profitieren von praktischen Erfahrungen.

"Die Jugendlichen wollen gern ins Arbeitsleben hineinschnuppern. Deshalb freuen wir uns über alle Unternehmen und Einrichtungen, die bereit sind, die jungen Leute mit einem Praktikum bei der Berufswahl zu unterstützen", sind sich die BBZ-Vertreter einig. Dabei sei es gleichgültig, ob die Betriebe Praktikanten für einen Tag, für ein oder zwei Wochen oder auch länger beschäftigen.

Quelle: NGZ
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