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Serie Jungbauern In Dormagen
Bei Feiser wachsen Erdbeeren im Regal

Dormagen. Vier Jahre lang war Volker Feiser Betriebsleiter eines Bauernhofs in Bayern, jetzt steigt der 24-Jährige voll in den elterlichen Spargel- und Beerenhof ein. Er hat Nützlinge ausgesetzt, um Schädlinge von den Beerenpflanzen fernzuhalten. Von Franziska Gräfe

Broich Pünktlich zu Saisonbeginn ist Volker Feiser heimgekehrt auf den elterlichen Hof. Und wie zum Beweis für das, was er in den vergangenen Jahren beim Spargel- und Beerenbetrieb Baumann im bayrischen Geiselhöring gelernt und als Betriebsleiter geleistet hat, bringt der Jungbauer aus Broich auch schon den ersten Spargel des Jahres mit in den elterlichen Hofladen. "Frühspargel, der schon im März gestochen werden kann, weil die Felder beheizt werden und die Wärme direkt an die Wurzel gebracht wird", erläutert Feiser.

Dahinter steckt ein deutschlandweites Pilotprojekt, an dem der 24-jährige Meister im Obst- und Gemüsebau mitgearbeitet hat. Spargelheizungen an sich sind nichts Neues. Es gibt sie vielerorts, meist mit Hackschnitzeln oder Gas betrieben. Doch jene Anlage in Niederbayern, die 27 Hektar Spargelfeld über ein Rohrleitungssystem beheizt, arbeitet mit der Abwärme einer nahegelegenen Papierfabrik. "Das ist ein großer Fortschritt in punkto Nachhaltigkeit", erklärt Volker Feiser. Seine Meisterarbeit - benotet mit einer glatten Eins - umfasst eine "Vergleichende Darstellung verschiedener Heizspargelsysteme und Energieträger".

Auf dem Feiserhof in Broich lässt sich dieses innovative Modell derweil nicht umsetzen: der Wärmelieferant fehlt. Aber Volker Feiser hat noch andere Felder, auf denen er nachhaltige und umweltschonende Produktionsmethoden nutzt und weiterentwickelt. Die Feisers sind auf Sonderkulturen spezialisiert. Erdbeeren, Heidelbeeren und Himbeeren, ab Sommer kommen auch Brombeeren hinzu. Gerade hat Volker Feiser 50 Millionen Nützlinge im ein Hektar großen Glashaus ausgesetzt, in dem die Beeren gedeihen. "Klingt viel, aber man muss wissen, dass das zum Beispiel winzig kleine Milben sind, die man mit bloßem Auge gar nicht sieht", lacht der Jungbauer. Weil die Raubmilbe dabei der für die Pflanzen äußerst schädlichen Spinnmilbe den Garaus macht, kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert werden. "Nützlinge einzusetzen ist für uns Landwirte teurer und arbeitsintensiver", erklärt Feiser. Trotzdem gehe man diesen Weg, um als Direktvermarkter den Wünschen der Kunden zu entsprechen.

Seinen ersten Spargel stach Volker Feiser, da war er gerade einmal fünf Jahre alt. Ab da war die Nachfolge für den Hof klar. "Man sieht, was man macht, das Ergebnis wächst quasi vor der Nase", beschreibt er seine Liebe zur Landwirtschaft. Um den "Generationenkonflikt", wie er lächelnd sagt, zu vermeiden, ging der 24-Jährige nach seiner Ausbildung erst einmal für vier Jahre weg. Über die Ausschreibung des Spargelverbandes fand er die Stelle in Bayern. "Immer noch etwas Neues lernen und verbessern", das ist der Ansatz, mit dem der Jungbauer jetzt voll in den elterlichen Betrieb einsteigt.

Quelle: NGZ
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