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Dormagen
Besucher lernen die Arbeit eines Müllers kennen

Dormagen. Der Mühlentag lockt immer viele Besucher nach Zons. Gestern konnten die Gäste kostenlos die Windmühle besichtigen und in ihre spannende Geschichte eintauchen. Stufe um Stufe erklommen Jung und Alt die Mühle und ließen sich vom gelernten Müller Wilfried Schuhmacher (71) die Arbeit eines Müllermeisters und seiner Gesellen erklären. Dabei wurde schnell klar: Müller zu sein, war ein echter Knochenjob und Voraussetzung, diesen Beruf auszuüben, war definitiv schwindelfrei zu sein. Von Natalie Ryba

Oben angekommen wurden die Besucher mit einem tollen Ausblick belohnt. Und wer wollte, konnte anschließend das kleine Mühlenmuseum besichtigen. Was kaum jemand vermutete: Damals war das ein Verließ eines ehemaligen Gefängnisses. Die Gefangenen wurden durch eine Luke in das Verließ hinabgelassen, einen Ausgang gab es nicht. Lediglich ein kleines vergittertes Fenster spendete etwas Licht und diente als Luftzufuhr. Später wurden dort die Mehlsäcke gelagert. Heute ist es ein kleines Museum mit Bildern und Ausstellungsstücken.

Die Windmühle der Zollfeste Zons ist nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, sondern auch eine der ältesten und am besterhaltensten Mühlen am Niederrhein. Sie ist ungefähr 600 Jahre alt. Bis 1907 war die nach holländischen Stil erbaute Mühle noch in Betrieb. "Von 2008 bis 2011 wurde die Mühle restauriert, dennoch verlor sie nicht ihren historischen Charme", erklärte Stadtführer Helmut Reimann (63). "Das Besondere an der Mühle ist, dass damals zwei verschiedene Kornsorten gleichzeitig gemahlen werden konnten."

Vor allem für Kinder war es gestern ein großes Abenteuer, einmal die Mühle hinaufzusteigen und die alten Werkzeuge zu bewundern. Das tat denn auch Sascha Dornbusch (40) mit Tochter Chiara (9) und Sohn Marlon (6). "Es ist richtig cool und gefällt mir sehr", sagte Chiara. "Von soweit oben habe ich Zons vorher noch nie gesehen." Auch die 76 Jahre alte Ursula Vahrson interessierte sich für die Mühle. "Ich bin sehr gerne in Zons. Mir gefallen das historische Ambiente, die altertümlichen Gebäude und Straßen und die Nähe zum Rhein. Die Windmühle habe ich bis jetzt nur von außen gesehen, doch ich finde es spannend sie heute erkunden zu können" sagte die Neusserin.

Quelle: NGZ
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