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Dormagen
Böller-Urteil: Ex-Schütze erhält Schmerzensgeld

Dormagen. Ein ehemaliger Schütze hat gestern vor dem Landgericht Düsseldorf ein Schmerzensgeld in Höhe von knapp 3000 Euro erstritten. Der Mann hatte nach mehreren Böllerschüssen aus einer Kanone der Schützenbruderschaft St. Hubertus Hackenbroich-Hackhausen im November 2014 Hörschäden erlitten, die ihn bis heute beeinträchtigten. Von Sebastian Dalkowski

Eigentlich hatte die Schützenbruderschaft St. Hubertus an jenem Samstag nur einen Zapfenstreich zu Ehren zweier verdienter Mitglieder feiern wollen. Dazu gehörte das Abfeuern mehrerer Kanonenschüsse. Der Kläger, einst selbst Mitglied des Schützenvereins, saß zu diesem Zeitpunkt mit seiner Partnerin beim Abendessen. Die Rollläden waren geschlossen, als der 65-jährige Beklagte, seit rund 20 Jahren Kanonier, nur wenige Meter entfernt die Kanonenschüsse abfeuerte. Das ganze Haus habe gewackelt, berichtete der Kläger. Die Schüsse hätten zu Pfeifen in den Ohren und starken Kopfschmerzen geführt, außerdem habe er sich erbrochen. Die Ärztin habe ein Knalltrauma mit Hörsturz festgestellt. Erst zehn Wochen später habe er sein Gehör zurückgewonnen, leide aber im rechten Ohr weiter unter einem Tinnitus. Er forderte mindestens 5000 Euro Schmerzensgeld. Der Richter merkte an, dass die Kanonenschüsse nicht wie genehmigt vor der Kirche abgefeuert wurden, sondern ein paar Hundert Meter entfernt, nahe der Wohnung des Klägers. Der habe keine Chance gehabt, dem Böllern zu entgehen. Es gehe deshalb nur noch darum zu klären, ob die Schüsse für die Hörschäden verantwortlich seien. Weil das aber mit einem medizinischen Gutachten und weiteren Kosten verbunden gewesen wäre, schlug der Richter eine gütliche Einigung vor: Der Beklagte zahlt 2931,26 Euro und der Fall ist erledigt. Beide Seiten stimmten ohne Zögern zu.

Quelle: NGZ
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