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Dormagen
Bottermilchbunnezupperinnert Gäste an früher

Dormagen: Bottermilchbunnezupperinnert Gäste an früher
Regina Schuster und ihr Bruder Paul kochen in der "Torschenke" die "Zonser Bottermilchbunnezupp". FOTO: kds
Dormagen. In der "Torschenke" in der Zonser Altstadt hat die Inhaberin aus der Not ein neues Geschäftsmodell gemacht: Rezepte aus Omas Küche. Von Klaus D. Schumilas

Auf Facebook überschlagen sich die Kommentare: Wer kocht die beste "Bottermilchbunnezupp". Anni ist überzeugt, dass die Version ihrer Oma in Nievenheim die beste ist. Daniela lobt die Supper ihrer Mutter, "aber Oma konnte sie am besten". Aber es gibt zuhauf auch einfache Liebeserklärungen an die "Buttermilch-Bohnensuppe", wie sie auf hochdeutsch heißt: "Ich liebe sie!" Ein Dormagener erinnert sich an seine Großeltern, die die immer gekocht haben, "ich konnte nie genug davon bekommen. Leider ist das schon 30 Jahre her." Jetzt ist das Gericht offenbar wieder aufgetaucht, Carla Juch hat sie in den Kochtopf gezaubert. Die Gastronomin und Chefin der "Torschenke" in der Zonser Altstadt ist verblüfft, dass dieses alte Rezept nicht nur bei den Gästen im Lokal, sondern auch im Internet gut ankommt.

Aus der Not heraus ist Juch auf diese alte rheinische Spezialität gekommen. Weil es im Frühjahr einen kompletten Wechsel in der Küche gegeben hat, "musste ich vier Wochen lang selbst an den Herd", sagt die 49-Jährige mit einem Lachen, "ehe die neue Mannschaft da war. Da habe ich einfach rheinische Klassiker gekocht wie Rinderroulade oder Kalbsleber." Weil diese Gericht so gut liefen, stellte Juch zusammen mit den neuen Köchen Regina und Paul Schuster (die früher im "Casino" kochten) eine neue Karte zusammen, frei nach dem Motto "Alte Küche". Das Geschwisterpaar griff die Anregung beherzt auf und holte auch die "Bottermilchbunnezupp" aus der Versenkung. "Die ist ja schnell gemacht", sagt Küchenchefin Regina Schuster. "Anders als früher ist jetzt Creme fraiche dabei, die es damals noch nicht gab." Wem dies nicht gefällt, der kann auch Sauerkrauteintopf "De Franzoos" wählen, mit Creme fraiche und rheinischer Mettwurst.

Carlos Juch ist überzeugt, mit dem "Systemwechsel" richtig zu liegen. Sie will das ausbauen und hat schon einen Plan: Die Kultur- und Heimatfreunde Zons haben vor zehn Jahren ein Kochbuch mit 130 Rezepten unter dem Titel "Watt kochsde hück?" veröffentlicht. Zweisprachig - auf Zonser Platt und auch Hochdeutsch. "Dieses Buch werde ich mir besorgen und im Team besprechen, was wir davon umsetzen können." Zum Beispiel Jeröstete Jreeßsuppe (Geröstete Grießsuppe) mit Speck oder Kölsche Ferkelsbroode, was einfach ein Kölner Schweinebraten ist.

Juch, die Abstand genommen hat von ihren Auswanderungsplänen in die Karibik und von Veräußerungsabsichten des Lokals wie noch vor zwei Jahren, spricht von einem veränderten Kundenverhalten. "Die Gäste erwarten warme Küche auch am Nachmittag", sagt sie. Den Ruhetag hat sie von Montag auf Donnerstag verschoben, "weil montags alle Kollegen ihr Lokal geschlossen haben und Besucher sonst kein Angebot finden. Auch Mittagsruhe ist neuerdings tabu, das Restaurant hat durchgehend geöffnet. Denn: "Dienstags legt um 14 Uhr ein Ausflugsschiff der ,Köln-Düsseldorfer' an. Wenn die Passagiere dann um 14.15 Uhr in der Zonser Altstadt sind, wollen die meisten etwas essen. Dann kann ich nicht sagen, es ist Mittagspause und zumachen", sagt Juch.

Quelle: NGZ
 
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