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Dormagen
Boule-Training mit erfolgreichem Bundestrainer

Dormagen: Boule-Training mit erfolgreichem Bundestrainer
Boule-Europameister-Bundestrainer Daniel Dias zeigt den Gohrer Pinguinen um Manfred Rautenbach (l.) ein paar Tricks. FOTO: Georg Salzburg
Dormagen. Die Gohrer Pinguine hatten mit Europameister-Trainer Daniel Dias einen Lehrmeister zu sich eingeladen. Von Vera Straub-Roeben

Eine gute Konzentration und eine gewisse Ausdauer: Wer diese beiden Eigenschaften mitbringt, kann Boule spielen, unabhängig vom Alter. Der Sport für alle von neun bis 90 Jahre eignet sich sogar für Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen: "Wir regen uns nicht auf, haben keinen Stress", sagt Manfred Rautenbach, Abteilungsleiter der Gohrer Pinguine.

Weil die jetzt ihre Karriere, aktuell in der untersten NRW-Kreisliga, vorantreiben und ihre Kunstfertigkeiten verbessern wollen, haben sie Daniel Dias zu einem Trainingstag eingeladen. Seit März 2016 ist er Bundestrainer des Deutschen Petanque Verbandes (DPV), seit diesem Jahr trainiert er die Nationalmannschaft der Epoir (U23) der Frauen und wurde Europameister.

Nachdem die gut 15 eifrigen Teilnehmer mittels allerhand Trainings-Equipment wie Ringe, die das Ziel markieren, das Legen geübt haben, ging es ans Schießen: "Schießen ist etwas ganz Friedvolles", erklärte Dias. "Die Bewegung ist weich und kontrolliert. Etwas einreißen zu wollen, ist kein Schießen, das ist Mumpitz." Konzentriert befolgten die Boule-Spieler seine Anweisungen - schließlich wollen sie sich bei Turnieren gegen Gegner behaupten. Mit langgestrecktem Arm, dem richtigen Schwung und der korrekten Handöffnung hatten einige den Bogen ganz schnell heraus. "Wenn ich dann sehe, wie eine zierliche ältere Dame mit weißem Haar, die sich vorher nicht viel zugetraut hat, Erfolgserlebnisse feiert - das macht mir selbst großen Spaß", sagte Daniel Dias.

Auch ihn trieb einmal die Frage um, wie denn das Technikleitbild aussehe. "Als ehemaliger Schwimmer, Judoka und Marathonläufer hatte es mich irritiert, wie wenig beim Boule trainiert wurde, jeder schien zu spielen, wie er wollte - das war teilweise Kraut und Rüben." Deshalb hat der Diplom-Betriebswirt, der an einer Berufsschule unterrichtet, die Trainerausbildung absolviert. "Ich mag es einfach, Wissen zu vermitteln." Und darin liegt wohl ein großes Talent. "Wir sind sehr froh, dass er da ist. Wir wollen versuchen, ihn für den Saisonbeginn im März für eine weitere Trainingseinheit zu gewinnen", sagte Rautenbach. "Bereits nach wenigen Stunden bemerken wir eine enorme Verbesserung unserer Technik, aber das ist alles eine Sache der Übung."

Meist trainieren die Gohrer Pinguine auf den zehn optimal präparierten Bahnen auf der Anlage des SuS Gohr. Weil das Petanque-Spiel schnell und intuitiv erlernbar ist, gilt es, die Erfolge wiederholbar zu machen, das ist die große Herausforderung. Die Kugel hilft dabei, denn sie gibt ein direktes Feedback. "Viele verzagen nach kleinen Rückschlägen zu schnell. Sie sollen merken: Man kann alles, was man sich zutraut. Ich möchte die Spieler ermutigen, Selbstbewusstsein vermitteln. Die mentale Komponente spielt im Liga-Betrieb eine große Rolle", sagte Dias, der den Pinguinen Impulse geben konnte, ihr Spiel "intelligenter" zu machen.

Quelle: NGZ
 
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