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Dormagen
Breimann: Flüchtlinge nicht pauschal verdächtigen

Dormagen. Was bedeutet "Recht und Gerechtigkeit", gerade in der Diskussion um zu uns kommende Flüchtlinge? Dieser Frage ging der Dormagener Historiker Eduard Breimann in seinem gut besuchten VHS-Vortrag in der Reihe "Drinnen oder Draußen" der elf kooperierenden Volkshochschulen am Niederrhein nach. Gerade bei der Hilfsbereitschaft Flüchtlingen gegenüber seien die Dormagener vorbildlich: "Wir stellen fest, dass auf unserer niedrigen Ebene so viel geleistet wird, wie man es nur einbringen kann", sagte Breimann. Das gelte aber nicht für die Politik in der EU und in Berlin, die alles dafür tun müsse, damit die Flüchtlinge bald wieder in "befriedete Heimatländer zurückkehren" können.

Trotz aller Verständigungs-Schwierigkeiten sollte den Flüchtlingen "mit "Respekt, Mitgefühl und Gerechtigkeitsempfinden" begegnet werden, so Breimann, der davor warnt, nach den Attentaten von Paris alle Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen: "Wir dürfen Flüchtlinge nicht pauschal verdächtigen oder sie alle unter Generalverdacht stellen und vorverurteilen", betonte Breimann, der auch Trauer über Anschläge zuließ: "Die denkbar größte Ungerechtigkeit ist es, über Leben und Tod eines anderen Menschen zu entscheiden." Die rund 40 Teilnehmer an dem Diskussionsabend seien übereinstimmend der Meinung gewesen: "Wir misstrauen nicht pauschal fremden Menschen."

Menschen im Abseits - nicht nur Flüchtlinge, auch sozial Schwache, Behinderte, Mobbingopfer - müssten gestärkt werden. Gerechtigkeit müsse allen zuteil werden, allerdings wandele sich das Bild der Gerechtigkeit mit der Zeit.

Zur Integration von Flüchtlingen gehöre auch, dass sie auch die Bereitschaft mitbringen müssten, sich "mit ihrer Kultur unseren Empfindungen anzupassen", wünscht sich Breimann, dass zum Beispiel auf das Tragen einer Burka hier in Deutschland verzichtet werde. Das Gesetz müsse geachtet werden, so Breimann: "Wir erwarten gegenseitigen Respekt und keine Bildung von Parallelgesellschaften."

(cw-)
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