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Dormagen
Bürger suchen die DNA der Stadt

Dormagen: Bürger suchen die DNA der Stadt
FOTO: Klaus D. Schumilas kds
Dormagen. Im ersten von fünf Bürger-Foren diskutierten Teilnehmer in Stürzelberg über die zukünftige Dachmarke. Sie sammelten Ideen und Meinungen zu den drei Leitthemen Arbeit, Leben und Gemeinschaft in Dormagen. Morgen geht es weiter. Von Klaus D. Schumilas

Von innen nach außen, vom Kleinen zum Großen - Dormagen ist auf der Suche nach einer Marke, nach einer gemeinsamen Identität, die das Kirchturmdenken in den einzelnen Ortsteilen überlagert, die Menschen verbindet und die Vorzüge der Stadt als Ganzes prägnant betont. Die Bürger sollen bei dieser Suche mitten drin sein und sich am Findungsprozess beteiligen. Am Montag war der Auftakt von fünf Mitmach-Foren in der Schützenhalle Stürzelberg. Nach der gestrigen zweiten Etappe in Hackenbroich geht es morgen ab 18 Uhr in der Mensa der Gesamtschule Nievenheim weiter.

Wirtschaftsförderer Michael Bison möchte "die Marke Dormagen aufladen", Roger Ullrich von der Agentur Lohmann and Friends ist überzeugt: "Viele wissen nicht zu schätzen, was sie in Dormagen haben." Was aber sind die Vorzüge, was die Schwächen, was kann es Verbindendes geben? Das Konzept von Marketingexperte Ullrich sieht so aus, dass zuerst der Markenkern der Stadt gesucht wird, "wie beim Apfel das Innere oder die DNA der Stadt". Dabei ist es dann wichtig, nicht zu viele Aspekte "ins Schaufenster" zu stellen, sondern "weniger, das dann entsprechend kommuniziert wird." Es folgt die "interne Kampagne", in der auch Ressentiments zwischen Ortsteilen abgebaut werden soll. Ullrich, der selbst in Dormagen wohnt, formulierte diese beispielhaften Slogans: "Wenn der Zonser sich vom Stürzelberger mal eine Scheibe abschneiden kann" oder mit Blick auf das Freizeitareal Straberger See: "Wenn ein Delhovener in Straberg die große Welle machen kann." Für den Sport spitzte Ullrich so zu: "Wenn ein Delrather den Horremer Nachwuchs den richtigen Kick gibt." Ess gehe darum mit Eitelkeiten zu spielen und Stadtteile zu inszenieren, erklärt der Fachmann.

FOTO: Carina Wernig

Zu den Begriffen Arbeit, Leben und Gemeinschaft als zentrale Leitbegriffe sollten die Teilnehmer am Montag Abend Ideen und Meinungen äußern - positive als auch kritische. Einigkeit herrschte schnell, dass "Bayer" nicht mehr die Prägung für die Stadt habe wie noch in früheren Jahren. Die "Chemiestadt" ist zwar ein wichtiger Faktor (und optisch prägend für den, der die A 57 oder B 9 befährt), aber längst seien es andere Themen, die Dormagen ein Gesicht geben: Die Bürger nannten die TSV-Handballer, das ausgeprägte Vereinswesen, ob Schützen, Karnevalisten oder Sportler, den Rhein, aber auch das soziale Netzwerk. "Mit der großen Hilfsbereitschaft bei der Aufnahme der Flüchtlinge hat Dormagen Weltoffenheit bewiesen", sagte eine Teilnehmerin. Genannt wurde die Bier-Grenze durch die Stadt oder "der helle Himmel, zwischen Alu-Norf und Chempark wird es nachts nicht richtig dunkel".

Ullrich und Bison waren von der Kreativität und Diskussionsfreude angetan. Die Themen- und Begriffesammlung wird mit denen aus den anderen Foren zusammengetragen und ausgewertet. Am Ende des Jahres soll die neue Dachmarke samt Slogan stehen und der Markenauftritt auf verschiedenen Plattformen nach außen erfolgen.

FOTO: Tinter Anja
Quelle: NGZ
 
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