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Dormagen
Bürgerhaus Zons: Abriss hat begonnen

Dormagen: Bürgerhaus Zons: Abriss hat begonnen
Kräftig greift der Bagger mit seiner Schaufel in die Decke des Bürgerhauses, das für den Archiv-Neubau abgerissen wird. Wohnhaus und Alte Feuerwache rechts daneben sind bereits eingeebnet. FOTO: A. Tinter
Dormagen. Nachdem bereits das angrenzende Wohnhaus und die Alte Feuerwache dem Boden gleichgemacht worden sind, reißen seit gestern Bagger das Bürgerhaus in Zons ab. Am 25. August wird der Grundstein für den Erweiterungsbau des Archivs im Rhein-Kreis Neuss gelegt. Von Carina Wernig

Ein Blick auf den Platz am Juddeturm in der Zonser Altstadt zeigt seit gestern ein neues Bild: Das Bürgerhaus verschwindet mit jeder Baggerbewegung ein Stückchen mehr. Heute geht der Abriss weiter, dann sollen gleich zwei Bagger das Gebäude unter ihre Schaufeln nehmen. "Wir wollen in spätestens fünf Wochen den Abriss komplett erledigt haben", erklärt Klaus Schmitz, Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD). Danach übergibt die städtische Tochter die gesäuberte Baustelle an den Rhein-Kreis Neuss, den neuen Besitzer der Grundstücke. Er wird dort den Neubau für das Kreisarchiv errichten, in dem neben den Archivalien des Rhein-Kreises Neuss auch die der Stadt Dormagen und der Gemeinde Rommerskirchen untergebracht werden.

Für den 25. August plant Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes die Grundsteinlegung für den Bau, der zwar den L-förmigen Grundriss des vor dem Bürgerhaus dort stehenden Franziskanerklosters aufnimmt, aber ansonsten kein Kloster-Nachbau ist, sondern zusammen mit dem Platz die Aufenthaltsqualität verbessern soll. "Das wird eine sehr schöne Lösung, die alle überzeugen wird", ist Lonnes überzeugt. Die Gesamtkosten blieben im Rahmen der vom Kreistag genehmigten Summe: 6,5 Millionen Euro. "Die Arbeiten sind vergeben, so dass es direkt nach dem Abriss mit dem Neubau weitergehen kann", sagte Lonnes gestern. Der Kreiskulturdezernent rechnet mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr.

In den vergangenen Monaten hatten einige Zonser und andere Kritiker das moderne Aussehen des Neubaus und die Fassadengestaltung bemängelt, für mehr Parkplätze - oder weniger, damit der Platzcharakter noch mehr herauskomme - gekämpft. Die ersten Pläne von Architekt Michael Baumeister, Leiter der Gebäudewirtschaft beim Rhein-Kreis Neuss, stießen auf zum Teil harte Kritik. Seither hat der Rhein-Kreis die Pläne überarbeitet und dabei Anregungen der Bürger aus zwei Offenlegungen übernommen. Das Dach erhält nun eine Traufe, die Gestaltung der Fassade und der Fenster wurde geändert. Eins steht fest: Nachdem die Alte Feuerwache und das Wohnhaus neben dem Bürgerhaus Zons abgerissen worden sind, geht seit gestern die mehr als 40-jährige Geschichte des Bürgerhauses Zons nun endgültig zuende.

Die Archiv-Erweiterung wird nötig, da in der Burg Friedestrom nur noch Kapazitäten für etwa drei Jahre vorhanden sind. "Wir brauchen den Erweiterungsbau dringend", hatte Kreisarchivleiter Stephen Schröder bereits im vorigen Jahr die Pflichtaufgabe der Kommunen erklärt. "Mit dem Neubau sind die Archiv-Lagerflächen für mehr als 30 Jahre gesichert", wie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke Anfang Juli im Kreisarchiv erklärte. Dann wäre dort auch genügend Raum, um vielleicht auch andere Kommunalarchive aus dem Rhein-Kreis Neuss unterzubringen.

Mit dem Abriss des "Schandflecks Bürgerhaus" will der Rhein-Kreis mit dem Erweiterungsbau auch städtebaulich die Zonser Altstadt verschönern. Teilweise freigelegte Klostermauern werden vom Gebäude aus zu sehen sein. Im kleinen Park wird dann auch geparkt werden. Die Anzahl der offiziellen Parkplätze wurde nach mehreren Diskussionen erhöht. Nun stehen 71 auf dem Gelände zur Verfügung.

Zurzeit darf auf dem Platz am abzureißenden Bürgerhaus nicht geparkt werden, nur die Zufahrt zur geöffneten Tiefgarage ist während der Bauzeit uneingeschränkt möglich. Zonser Anwohner mit entsprechendem Ausweis können auf andere Parkplätze ausweichen, wo sie ihr Auto kostenlos abstellen dürfen: die Parkplätze am Rheintor, an der Mühle und am Verbindungsdeich.

Quelle: NGZ
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