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Dormagen
Bürgermeister begrüßt Wohnsitz-Auflage für Flüchtlinge

Dormagen. Bezahlbaren Wohnraum in Dormagen zu schaffen - bei diesem Ziel sind sich Politik und Verwaltung laut eigener Bekundung einig. Im Ballungsgebiet zwischen Köln und Düsseldorf gelegen, rechnet die Stadt Dormagen in den nächsten Jahren mit einer ansteigenden Zahl von Bewohnern. Da soll es nicht bei 65.000 Einwohnern bleiben - was bei knappem Angebot weiter steigende Mietpreise befürchten lässt.

"Ich freue mich darüber, dass aufgrund der verschärften Lage auf dem Wohnungsmarkt jetzt wieder mehr für sozial Schwache in Dormagen gebaut werden soll", sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld bei der SPD-Mitgliederversammlung in der Kulle. Öffentlich geförderten Wohnungsbau könne man in Neubaugebieten einfacher umsetzen als in bestehender Nachbarschaft, was sich am Widerstand gegen einige Projekte in den vergangenen Jahren gezeigt habe, so der Bürgermeister. Er betonte, dass es dabei nicht nur um Wohnraum für Migranten und Hartz-IV-Empfänger gehe, sondern auch Witwen, Wenigverdiener und Berufsgruppen wie Krankenschwestern oder Polizisten. "Ihnen allen soll bezahlbarer Wohnraum ermöglicht werden, dazu wird die Verwaltung Vorschläge machen", sagte Lierenfeld. Er wies darauf hin, dass der Wohnungsmarkt insgesamt in Bewegung sei, so habe sich der Leerstand der Wohnungen der großen Baugenossenschaften im vergangenen Jahr halbiert.

Lierenfeld sprach sich auch für eine Wohnsitz-Auflage für Flüchtlinge aus. "Die Städte investieren in Unterkünfte, Sprach- und Integrationsprogramme. Diese Investitionen in Strukturen sollen genutzt werden", erklärte der Bürgermeister, der betonte, dass diese Auflage kein Umzugsverbot sei: "Wer woanders eine Arbeit, Ausbildung oder Familie hat, die für ihn aufkommt, kann dorthin ziehen - ansonsten muss er damit rechnen, dass seine Leistungen stark gekürzt werden oder sogar wegfallen." Das Konzept der Bundesregierung, Integration als "Fördern und Fordern" zu begreifen, sei im Grundsatz richtig.

(cw-)
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