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Dormagen
Bürgermeister Lierenfeld ist ab heute ein "Dreißiger"

Dormagen. "Das Bürgermeister-Amt verändert die Sicht auf viele Dinge", sagt Erik Lierenfeld über seinen Traum-Job. Von Carina Wernig

Die meisten Leute, auf die Erik Lierenfeld beruflich trifft, sind älter als er. Ab heute ist auch der bei seiner Wahl am 25. Mai 2014 mit 27 Jahren jüngste Bürgermeister in NRW kein "Twen" mehr: Lierenfeld wird 30, seinen runden Geburtstag - den dritten als Dormagener Rathauschef - feiert er am Samstag im privaten Kreis.

Mit seinem Berufsweg voll "überraschender Wendungen" - Diplom-Verwaltungswirt, Teamleiter beim Jobcenter Neuss, Bürgermeister - ist Lierenfeld "sehr zufrieden". Trotz des hohen zeitlichen Aufwands ist es für ihn weiterhin "ein Traum-Job, der sehr viel Spaß macht".

Den Repräsentationsterminen vor allem abends und am Wochenende stehen mehr als doppelt so viele interne Besprechungen und Gestaltungsaufgaben gegenüber. Das Verhältnis seiner internen und externen Termine gibt der Verwaltungschef mit rund 70:30 an.

Diese Außen-Termine erledigt er mit sichtbarem Interesse an den Menschen, viel Offenheit und Freude. Lierenfeld ist authentisch und geht auf die Bürger zu - das bleibt nicht ohne Resonanz. "Ich freue mich über das positive Feedback aus der Bevölkerung", sagt er. Seiner Meinung nach haben die Bürger "ein Anrecht darauf, gut und mit viel Engagement vertreten zu werden". Die Begegnungen mit Dormagenern möchte er auf jeden Fall beibehalten, auch wenn das sein Privatleben stark einschränkt.

So ganz geheuer ist ihm die Alters-Grenze nicht, wie Lierenfeld zugibt: "30 ist komisch. Ich hatte immer gedacht, dass ich dann verheiratet bin und ein Kind habe." Für ihn sei das in Ordnung: "Da muss ich wohl Abstriche machen, weil es nicht so einfach ist, meinen Beruf und eine Familie unter einen Hut zu bringen." Der "bekennende Vereins-Mensch" engagiert sich im Karneval, bei den Schützen und im sozialen Bereich, wo er amtierender Präsident des Lions-Club Dormagen ist.

Ob ihn das Bürgermeister-Amt, das ihm die Möglichkeit gibt, Persönlichkeiten wie Bundespräsident Joachim Gauck zu treffen, verändert hat, sollen andere entscheiden, sagt Lierenfeld. Eins hat er festgestellt: "Man bekommt eine andere Sicht auf viele Dinge, neue Zugänge und trifft anders Entscheidungen", weist er darauf hin, dass ihn z.B. der Amoklauf in München sofort an die Entscheider bei Polizei und Stadt denken ließ. Verantwortung zu übernehmen, zieht sich wie ein roter Faden durch Lierenfelds Leben. "Es gab spannende, lustige, traurige Momente, von denen ich keinen missen möchte - alles bringt einen weiter", so sein Fazit.

Quelle: NGZ
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