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Dormagen
Caritas baut Apartments in Nievenheim

Dormagen: Caritas baut Apartments in Nievenheim
Der Bau des neuen Caritas-Apartmenthauses geht zügig voran. Dort werden übergangsweise 27 Bewohner aus St. Josef einziehen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. In der Seniorenpflegeeinrichtung St. Josef muss die Zahl der Doppelzimmer deutlich reduziert werden. Das hat eine Reihe von Um- und Neubaumaßnahmen zur Folge. Die Caritas investiert über fünf Millionen Euro. Von Klaus D. Schumilas

Im Schatten von St. Pankratius entwickelt der Caritasverband an der Conrad-Schlaun-Straße ein Vorhaben, mit dem er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will: Weil er in seinem Seniorenpflegeheim St. Josef die Zahl der Doppelzimmer zugunsten von Einzelzimmern reduzieren muss, startet er gleich mit einer in die Zukunft gerichteten Maßnahme: dem Bau eines Apartmenthauses. In das sollen nämlich 27 Bewohner in einer Übergangszeit einziehen, während die Bauarbeiten in ihren alten Zimmern laufen. Haben die Senioren im übernächsten Jahr wieder ihre alte Einrichtung bezogen, werden die 17 Apartments vermietet - "alle barrierefrei", wie Caritas-Vorstand Hans W. Reisdorf betont. Dazu wird es auch einen neuen Anbau geben. Die Caritas investiert in das gesamte Projekt 5,1 Millionen Euro.

Die Landesgesetzgebung macht diese finanziell aufwendigen Änderungen notwendig. Denn das Wohn- und Teilhabe-Gesetz besagt, dass alle Bewohner endlich in den Genuss der bereits 2003 festgelegten und ab Mitte 2018 verbindlich geltenden Qualitätsstandards kommen sollen und 80 Prozent der Zimmer in den Einrichtungen Einzelzimmer sind. Auf die Einrichtung St. Josef bezogen wird die Notwendigkeit durch Zahlen deutlich: 87 Bewohner leben dort in 37 Einzel- und 25 Doppelzimmern. Die Doppelzimmer-Quote wird sich nach erfolgtem Umbau von 40 auf 18 Prozent (13) reduzieren, ergo die geforderten 80 Prozent Einzelzimmer (dann 61) dann bei 82 Prozent liegen.

Bis dahin ist noch ein beschwerlicher Weg zurückzulegen. "Wir müssen 27 Bewohner ausquartieren", sagt Reisdorf. Er bemüht das Bild eines "Verschiebebahnhofs". Heißen soll das: "Wir können nicht mit Pressluftgeräten Wänden einreißen, während nebenan pflegebedürftige Menschen leben." Daher muss es für eine Übergangszeit eine alternative Unterbringung geben. "Wir haben zuerst an Container gedacht. Aber das ist einfach zu teuer", sagt Reisdorf. Eine deutlich wirtschaftlichere Lösung ist es demnach, auf einer freien Fläche nahe der Einrichtung einen Neubau zu errichten, in dem zunächst die 27 Bewohner untergebracht und danach schicke Apartments als Mietwohnungen angeboten werden. "Mit zusätzlichen Serviceleistungen, die man kostenpflichtig bestellen kann." Die Arbeiten an dem Rohbau laufen, im Spätsommer 2017 soll das Apartmenthaus fertig sein. Nach dem Umzug beginnen dann im Pflegeheim die Umbauarbeiten, für die ein Jahr vorgesehen ist. Läuft alles nach Plan, ist das gesamte Projekt Mitte 2018 abgeschlossen.

Zusätzlich muss an St. Josef ein Anbau her, damit nach der Schaffung von mehr Einzelzimmern genügend Zimmer für die 87 Bewohner zur Verfügung stehen. Dadurch fallen auch Parkplätze weg, aber Reisdorf versichert, dass, verteilt an anderen Stellen, am Ende sogar noch ein paar Stellplätze mehr vorhanden sein werden.

Quelle: NGZ
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