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Dormagen
Caritas versorgt 120 Haushalte mit Speisen

Dormagen: Caritas versorgt 120 Haushalte mit Speisen
Zu den "Tischgästen" von Angelika Münchow und dem Mahlzeitenservice der Caritas gehört auch Karl Schmitz.Der 83-Jährige ist froh, dass er nicht selber kochen muss. FOTO: GEORG SALZBURG FOTO: Georg Salzburg
Dormagen. Die meisten "Tischgäste", wie der Mahlzeitenservice des Verbandes seine Kunden nennt, sind Senioren. Gerade für die älteren Menschen sind die Auslieferer auch willkommene Gesprächspartner für eine kurze Unterhaltung. Von Dagmar Fischbach

Angelika Münchow packt kleine Schälchen in große Warmhalteboxen: Lachs mit Reis, Gulasch mit Nudeln, Roulade mit Kartoffelbrei. "Unsere Tischgäste können aus 120 Gerichten wählen", sagt die 51-Jährige. Seit sieben Jahren arbeitet sie beim Mahlzeitenservice der Caritas. Zwei Mal pro Woche fährt sie Mittagessen zu den Kunden, die beim Mahlzeitenservice Tischgäste heißen.

"Es sind überwiegend Senioren. Obwohl jeder bei uns bestellen kann. Aber die meisten sind 80 Jahre und älter", erzählt Angelika Münchow. Geliefert wird das Essen von einem Kooperationspartner, tiefgefroren in Menüschalen verpackt. Bevor sie ihre Tour gegen 10 Uhr startet, erhitzt Angelika Münchow die Speisen im riesigen Wärmeofen, verpackt sie dann in Styroporboxen mit Warmhalteplatten. "So kommt auch das letzte Essen nicht kalt an", erklärt sie. Nachtisch gibt es auch. Angelika Münchow stapelt Pudding und Joghurts in die Kühltasche - los geht's.

Vom Mahlzeitenservice in der Dormagener Innenstadt tourt sie durch Horrem, Zons, Nievenheim und Straberg. Rund 30 Essen bringt sie pro Fahrt zu den Kunden. Insgesamt versorgt die Caritas von Dormagen aus rund 120 Haushalte. Neun Fahrer liefern an sieben Tagen pro Woche auch nach Grevenbroich, Rommerskirchen, Hückelhoven und den Kölner Norden.

Angelika Münchows Zeit ist knapp. Die Senioren warten. Damit spätestens um 13 Uhr jeder sein Essen hat, bekommt mancher das Menü schon vormittags. "Aber alle Tischgäste haben eine Styroporbox von uns. Darin bleibt die Mahlzeit warm", sagt die Fahrerin.

Für Karl Schmitz ist es kein Problem, schon um 10.30 Uhr beliefert zu werden. Der 83-Jährige ist froh, nicht selbst kochen zu müssen. "Da steht man zwei Stunden am Herd und in fünf Minuten ist alles verputzt. Außerdem macht es keinen Spaß, für mich allein zu kochen", erklärt er. Seit dem Tod seiner Frau vor sechs Jahren lässt sich der rüstige Senior deshalb sein Mittagessen von der Caritas liefern. "Das ist praktisch und lecker. Nur am Wochenende mache ich mir selbst etwas. Ich esse so gern Salat, und den kann der Service leider nicht liefern", sagt er. Nicht alle Senioren, die Angelika Münchow beliefert, sind so fit wie Karl Schmitz. "Vielen fällt das Kochen schwer, weil sie sich nicht mehr richtig bewegen können. Andere pflegen ihren Partner und haben keine Zeit, sich auch noch ums Essen zu kümmern. Bei manchen Ehepaaren ist die Frau krank oder leidet unter Demenz. Die Männer können oft gar nicht kochen", erzählt sie.

Oft ist Angelika Münchow nicht nur Essens-Lieferantin, sondern auch Ansprechpartnerin. "Je älter die Menschen sind, desto einsamer sind sie. Freunde und Geschwister sind oft bereits gestorben. Die Kinder sind berufstätig oder leben in einer anderen Stadt - dann sind Pflegedienst, Putzhilfe und der Mahlzeitenservice die einzigen Kontakte", stellt sie fest. Sie nimmt sich Zeit für einen kleinen Plausch - auch wenn sie die eigentlich gar nicht hat, weil der nächste auf sein Essen wartet. "Aber das gehört doch auch zu meinem Job. Irgendwie hole ich die Zeit schon wieder rein", sagt sie.

Quelle: NGZ
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