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Dormagen
CDU-Basis lehnt Kandidaten-Empfehlung ab

Dormagen. Landtagswahl: Parteispitze soll vor der Entscheidung zwischen Heryschek und Engwicht neutral sein.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: In diesem Fall ist der Parteivorstand der CDU mit seiner Ankündigung übers Ziel hinaus geschossen, vor der Wahl des Dormagener CDU-Landtagskandidaten eine Empfehlung für die Mitglieder abgeben zu wollen. Denn die wollen das überhaupt nicht.

Die Kritik an dieser Absicht und die ablehnende Haltung mündete in einem Brief des Ortsverbands Dormagen, der unmissverständlich den Parteivorstand auffordert, von einem solchen Votum abzusehen.

"Wir wollen eine unbeeinflusste, mündige Entscheidung der Mitglieder haben", sagt der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Andreas Buchartz. "Auf ein solches Votum zu verzichten, ist nur fair den Kandidaten gegenüber." Mit dem Fraktionsvorsitzenden André Heryschek und der ehemaligen Ratsfrau Tanja Engwicht wollen zwei Christdemokraten Kandidat im Wahlkreis 45 und Herausforderer von Amtsinhaber Rainer Thiel (SPD) werden.

Auch aus Nievenheim kommt Kritik: "Man sollte den Mitgliedern nichts vorgeben", sagt Vorsitzende Barbara Brandt. Sie wird deutlich: "Wir sollten froh sein, zwei gute Kandidaten zu haben. Aber wie geht denn ein Vorstand mit ihnen um, wenn er eine Wahlempfehlung abgibt?" Sie hofft auf eine große Mobilisierung der Mitglieder für die entscheidende Versammlung am 9. März. Im Vorstand des Ortsverbandes Zons ist die Sicht ähnlich: "Wir wollen vorab keine Empfehlung haben", sagt Vorsitzender Dr. Norbert Sijben.

"Bei uns gibt es intern keine Präferenz, beide Kandidaten sind geeignet." Für den 3. März wurde eine Mitgliederversammlung anberaumt, auf der die beiden Kandidaten vorgestellt und diskutiert werden. In Stürzelberg sagt Vorsitzende Agnes Meuther: "Wir haben mündige mitglieder, die selbst entscheiden sollen."

Im Parteivorstand rudert man angesichts der Kritik bereis zurück. Vize Kai Weber verweist auf die nächste Vorstandssitzung, auf der man auch den Antrag besprechen werden. Im Gesamtvorstand gebe es bereits die Haltung, auf eine Empfehlung zu verzichten.

(schum)
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