| 00.00 Uhr

Dormagen
CDU will Bedarf für Islamunterricht klären

Dormagen. Das Thema wird in der übernächsten Woche in der nächsten Sitzung des Schulausschusses diskutiert. Von Stefan Schneider

Kann islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen und in deutscher Sprache ein Beitrag zur Integration ausländischer Kinder sein? Kann er zur Immunisierung gegen Extremismus beitragen? Ja, meint die Dormagener CDU-Fraktion und will nun von der Stadtverwaltung klären lassen, ob an örtlichen Schulen ein Bedarf besteht. Bislang sei eine solche Abfrage wegen der Herbstferien nicht möglich gewesen, teilt die Verwaltung in einem Beratungspapier für die nächste Sitzung des Schulausschusses am Dienstag, 21. November (17.30 Uhr, Ratssaal), mit. Dort will sie dann aber über das Ergebnis ihrer Erkundigungen berichten.

"Der staatliche Religionsunterricht in deutscher Sprache und unter deutscher Schulaufsicht von in Deutschland ausgebildeten Religionslehrern soll die Schüler vor Radikalisierung durch ,Import-Imame' schützen", schreiben CDU-Fraktionschef Kai Weber und die sachkundige Bürgerin der Christdemokraten, Anissa Saysay. Derzeit erhielten junge Muslime in Dormagen Religionsunterricht in den Moscheen. "Dieser Unterricht bietet für die Öffentlichkeit keine Transparenz", argumentieren Weber und Saysay. Bei staatlichem Schulunterricht hingegen sei nachvollziehbar, was gelehrt werde. Schließlich gebe es Lehrpläne, die von der Schulaufsicht abgesegnet seien. "Auch wenn nach Einführung des islamischen Religionsunterrichts in den Schulen der Islamunterricht in den Moscheen weiter gelehrt würde, so wäre von staatlicher Seite zumindest ein Gegengewicht vorhanden", urteilen die CDU-Politiker.

An der Erich-Kästner-Grundschule (Konrad-Adenauer-Straße) haben bereits Eltern Unterschriften für die Einführung eines solchen Unterrichts gesammelt; die Schulleitung habe bereits einen Antrag auf islamischen Religionsunterricht für 26 Schüler an das Schulamt gestellt und um Weiterleitung an die Bezirksregierung gebeten. Die Christdemokraten haben beantragt, dass die Stadt die Einführung an der Erich-Kästner-Schule "positiv begleiten" möge.

In Nordrhein-Westfalen gibt es das Fach seit 2012. Das derzeitige Modell soll zwar 2019 auslaufen. Aber: "Wir wollen das weiter anbieten", sagt Ministerialdirigent Ludger Schrapper vom Land.

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dormagen: CDU will Bedarf für Islamunterricht klären


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.