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Serie Dormagener Künstler
Christiane Albans emanzipatorisches Schuhwerk

Serie Dormagener Künstler: Christiane Albans emanzipatorisches Schuhwerk
Christiane Albans aktuelles Lieblingsbild "Schuhtick" ist in der aktuellen Ausstellung "Sommerimpressionen" beim Kunstverein Galerie-Werkstatt in Knechtsteden zu sehen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die Rheinfelderin, die überwiegend Acrylmalerei betreibt, bevorzugt poppig-bunte Farben und setzt gerne eigene Akzente. Von Stefan Schneider

Dormagen Die weißen, hochhackigen Damenschuhe springen sofort ins Auge. Auch dass sich einer der Füße darin anschickt, die Flucht nach vorn anzutreten, so ähnlich wie ein Läufer im Startblock. Erst bei genauerem Hinsehen werden hinter den Stilettos große, etwas klobige Männerschuhe sichtbar. Die Schnürsenkel des einen umwinden den Damenschuh mit dem verharrenden Fuß, während sich der im Aufbruch befindliche von diesen Fesseln offenbar befreit hat. Denn die Schnurlöcher des linken Männerschuhs sind leer. Einen Akt der Emanzipation könnte man darin sehen, und diesen Gedanken hatte auch Christiane Alban. Die gebürtige Dormagenerin, die in Rheinfeld lebt, hat das Acryl-Bild mit dem Titel "Schuh-Tick" gemalt. Von den zehn Werken, die sie zur heute beginnenden Ausstellung "Sommerimpressionen" im Kunstverein Galerie-Werkstatt (Kloster Knechtsteden) beisteuert, ist es ihr Favorit.

Seit gut 15 Jahren betätigt sich die 54-Jährige intensiv künstlerisch, eine kreative Ader hatte sie aber immer schon. "Ich konnte schon als Kind gut malen und schreiben. Meine Mutter hat mich gefördert", erzählt sie. Ursprünglich wollte sie Grafikdesign studieren, entschied sich dann aber für eine Ausbildung zur Optikerin. "Denn Medizin und Augenheilkunde interessierten mich auch sehr." Doch die Lust am Malen kam wieder durch, besonders stark, nachdem Albans Mutter gestorben war. 2002 schloss sie sich dem Kunstverein Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen in Knechtsteden an, betätigte sich dort mittwochs bei der Künstlerin Anne Becker-Küpper. Sie experimentierte mit diversen Maltechniken wie Acryl, Öl, Aquarell, versuchte sich in abstrakten und gegenständlichen Darstellungen und verband das Malen schließlich mit Fotografie. Und mit der Arbeit am Computer. Dort verändert sie Fotos, die sie mit der Digitalkamera als Vorlage für Bestandteile ihrer Bilder aufgenommen hat. Die Vorlagen würden ihr helfen, auch bei der Abbildung der Proportionen, doch letztlich male sie alles aus der Hand, erzählt die Künstlerin.

Drei Eigenausstellungen hat Christiane Alban bislang gestaltet, darüber hinaus zeigt sie ihre Werke oft gemeinsam mit Anderen - wie jetzt im Kunstverein in Knechtsteden, wo Irmgard de Ahna, Irene Fleisch-Fechter und Michaela van Lengerich mit im Boot sind (geöffnet ab heute bis 4. August jeweils samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie bei geöffneten Ateliers). "Resonanz ist mir wichtig", sagt die Rheinfelderin, die die Kommunikation schätzt. Dafür, dass sie sich in den Räumen des Kunstvereins künstlerisch ausleben kann, ist sie dankbar - zumal sie ihre kreative Tätigkeit mit Zufriedenheit erfülle, wie sie sagt: "Malen bedeutet für mich, dass Innere nach außen drehen und mitteilen, was mich beschäftigt." Ihre Bilder zu verkaufen, ist nicht ihr vordringliches Anliegen, auch wenn das durchaus mal vorkomme. Von einem Werk würde sie sich aber nicht trennen, gesteht Alban. Dazu passten die tanzenden Möhren aus dem "Möhrenballett" einfach zu gut in ihre Küche...

Quelle: NGZ
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