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Dormagen
Christina Althaus lässt Ideen reichlich Raum

Dormagen: Christina Althaus lässt Ideen reichlich Raum
Christina Althaus mit einem ihrer aktuellen Werke in ihrem Atelier in Gohr. Ausgestellt hat sie u.a. bereits in den USA, in Italien und der Schweiz. FOTO: Berns
Dormagen. Die Gohrerin gibt ihren Werken selten Titel. Jeder Betrachter soll sie frei auf sich wirken lassen und sich eigene Gedanken machen können. Von Stefan Schneider

Es ist schwül-heiß an diesem Sommertag, der Kirchplatz in Gohr liegt im gleißenden Sonnenlicht, selbst das Gotteshaus St. Odilia spendet wenig Schatten. Es ist still, kaum ein Auto stört die Ruhe. Trotz der hohen Temperaturen wirkt der Ort idyllisch. In dem Haus mit dem Schaufenster, gegenüber der Kirche, steht die Tür offen. Im Vergleich zu draußen ist es in dem großen Raum dahinter angenehm kühl, der Empfang dafür umso wärmer: Die Dormagener Künstlerin Christina Althaus hat hier ihr Atelier und empfängt den Besucher mit einem kühlen Getränk und Keksen. Schnell gesellt sich Hündin Amy dazu, ihr vierbeiniger Kumpel Mounty hält sich anderswo im Haus auf.

Dass in dieser angenehm entspannten Atmosphäre Kreativität gut gedeihen kann, lässt sich an den Wänden ablesen. Dort sind einige Werke der 62-Jährigen aufgehängt oder aufgestellt, vor allem solche, die gerade entstanden sind. Althaus zeigt ein großformatiges Bild in warmem Gelbton, darauf weiße Streifen, die an Wolkenbildung und den Horizont erinnern. Einen Namen trägt es nicht, so wie viele von Althaus' Kreationen. "Ich möchte nichts vorgeben, jeder Betrachter soll meine Arbeiten auf sich wirken lassen und sich seine eigenen Gedanken dazu machen", sagt die gebürtige Düsseldorferin, die seit 1981 in Gohr lebt - inzwischen mit ihrem Lebensgefährten, dem Bildhauer und Architekten Joachim Conrad - und dort heimisch geworden ist: "Ich würde gerne hier bleiben."

Trotz der lokalen Verwurzelung blickt Christina Althaus weit über den Tellerrand hinaus. Ihre Werke waren unter anderem bei Ausstellungen in Rom, New York und Basel zu sehen, beim Zollverein Essen, auf der Mathildenhöhe in Darmstadt und bei großen Kunstausstellungen in Nordrhein-Westfalen. Dormagen hält sie indes auch die Treue. Im kommenden Spätherbst und Winter zeigt sie im Kreismuseum Zons eine Auswahl ihrer Himmelsbilder, Werke voller Leuchtkraft und Lebendigkeit. Auch in der Glasgalerie des Kulturhauses war sie schon vertreten.

Althaus ist eigentlich gelernte Erzieherin, "meine Eltern wollten, dass ich erstmal was 'Vernünftiges' lerne", erzählt sie lächelnd. Doch dauerhaft ließ sich die Liebe zur Kunst nicht unterdrücken, zumal sie als Kind bereits stark von ihrem Onkel und ihrer Patentante geprägt worden sei, die beide künstlerisch tätig waren, wie sie erzählt. So lernte sie an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Professor Rolf Sackenheim, gestaltete Bühnenbilder und Papierobjekte, Tücher und immer mehr Bilder, bei denen sie Acrylfarben mit nach eigenen Rezepten angemischten Farben aus Pigmenten, Naturpflanzen und Ockersteinen verbindet. Ihre Formate sind ganz unterschiedlich - sie reichen von mehreren Metern Breite und Höhe bis hin zu Miniaturen wie die aus ihrer witzigen "Facebook"-Reihe, bei denen sie auf zehn mal zehn Zentimetern Besucher porträtiert hat. Die Idee sei ihr gekommen, als sie wegen einer Knieverletzung drei Monate ans Haus gefesselt war, erzählt Althaus. Wie gesagt: Kreativität gedeiht gut in ihrem Atelier.

Quelle: NGZ
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