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Dormagen
Christine Westermann: "Ab und zu auch mal großflächig lesen"

Dormagen. Gut gelaunt nahm sie an ihrem Tisch auf der Bühne der "Kulle" Platz und freute sich erstmal, dass sie Dormagen (von Köln aus) so schnell erreicht hatte. Die Moderatorin, Journalistin, Autorin und Leseratte Christine Westermann hatte zehn Bücher im Gepäck, die sie den Zuhörerinnen (und den wenigen Zuhörern) vorstellen wollte. Lieblingsbücher? Ein großes Wort, fand Westermann, doch die mitgebrachten empfahl sie dringend zur Lektüre. Ihr erster Tipp: Ein Buch soll Freude machen, keine Arbeit, allenfalls emotionale. Wo denn auch sie ins Stocken gerate? Nun ja, bei Landschaftsbeschreibungen. "Wenn's Ihnen genauso geht, dann lesen Sie einfach auch mal großflächig", so ihr Tipp. Von Anneli Goebels

30 Seiten, erklärte sie, gebe sie jedem Buch. "Hat es mich dann nicht gefangen, lege ich es weg." Das war wohl bei Thomas Melles "Die Welt im Rücken" nicht so, denn den Zuhörern gestand sie: "Keine einfache Kost. Aber nach den ersten 60 Seiten kommen Sie nicht mehr los." Der Autor beschreibt in dem Buch seine Krankheit, er ist manisch-depressiv. "Lesen!!" (mit zwei Ausrufezeichen) - das war der eindeutige Befehl zum Buch "Andersen" von Charles Lewinsky. Viel wollte sie nicht verraten, nur so viel: "Glauben Sie mir, Sie werden Angst haben. Es geht nicht gut aus."

Gar nicht kitschig (wäre zu vermuten), sondern intelligent geschrieben, so Westermann, sei der Roman "Der Hut des Präsidenten" von Antoine Laurain. Sein Thema: Die Protagonisten setzen den Hut auf und werden zu dem, der sie gern wären.

"Meinen Hass bekommt Ihr nicht" von Antoine Leiris erzählt die Geschichte des Autors: Bei dem Terroranschlag im Pariser Theater Bataclan vor einem Jahr starb auch seine Frau. "Traurig, aber an keiner Stelle rührselig", urteilt Westermann. Weitere Empfehlungen: "Der Eismacher" von Ernest van der Kwast, "Der Junge bekommt das Gute zuletzt" von Dirk Stermann, "Die Unvollkommenheit der Liebe" von Elisabeth Strout, "Glück" von Robert Kisch, "Weihnachten" von Droste, Klink und Heidelbach sowie "Der namenlose Tag" von Friedrich Ani. Von Ani könne sie übrigens alles empfehlen. Krimleserin sei sie nicht: "Ich ärgere mich, wenn auf der vorletzten Seite der Mörder wie Kai aus der Kiste springt", sagt sie.

Quelle: NGZ
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