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Dormagen
Cineplex muss Dormacenter verlassen

Dormagen: Cineplex muss Dormacenter verlassen
Nach 17 Jahren ist Schluss in Dormagen: Das Cineplex gehörte zu den ersten Mietern im Dormacenter und muss jetzt raus. FOTO: L. Hammer
Dormagen. Nach 17 Jahren Kino in Dormagen ist Schluss: Der Mietvertrag wird nicht verlängert, Betreiber Cineplex ist ab sofort raus aus der Immobilie. Filme gab es seit einem Schwelbrand im Dezember dort nicht mehr zu sehen. Von Klaus D. Schumilas

Es ist ein glatter Rauswurf, den das Cineplex in dieser Woche hinnehmen musste: "Wir konnten uns entgegen unseren Planungen leider nicht mit dem Besitzer des Dormacenters auf eine Verlängerung des Mietvertrages einigen", formuliert es Cineplex-Geschäftsführerin Claudia Hebbel noch diplomatisch.

Der Mietvertrag, der am 30. Juni 2018 ausläuft, wird nicht nur nicht verlängert, die Geschäftsbeziehung ist ab sofort beendet. Am Donnerstag besuchte Hebbel ein letztes Mal das Kino an der Straße Unter den Hecken, um letzte Dinge zu erledigen. Das war's. Wie es weitergeht, ist völlig offen. Von Dormacenter-Chef Maxim Makarov gab es gestern dazu keine Stellungnahme.

In der Öffentlichkeit waren immer wieder Zweifel daran laut geworden, ob das Kino überhaupt wieder öffnen würde. Seit Mitte Dezember ist es geschlossen, stehen die sieben Säle nicht zur Verfügung, nachdem ein Schwelbrand in einem Abstellraum unterhalb eines Vorführsaals ausgebrochen war. Da die Feuerwehr an diesem Tag zu mehreren Einsätzen gleichzeitig gerufen wurde, löste Feuerwehrleiter Bernd Eckhardt damals Stadtalarm aus; alle Gerätehäuser wurden besetzt.

Die mit rund einem Dutzend Fahrzeugen zum Dorma-Center angerückten Einsatzkräfte gingen teilweise unter Atemschutz gegen den Schwelbrand vor. Das Einkaufscenter wurde komplett geräumt. Im Nachhinein konnte die Brandursache nicht abschließend geklärt, eine vorsätzliche Tat indes ausgeschlossen werden.

Im März meldete der Kinobetreiber, dass fünf der sieben Säle gesäubert und spielbereit seien. Dazu kam es aber nicht, weil aufgrund fehlender Gutachten eine Brandschutzabnahme durch die Stadt noch nicht möglich war. Vor fünf Wochen hieß es dann, dass die Sanierung des betroffenen Kinosaals beginne, eine Wiedereröffnung wurde auf Ende August terminiert. Dazu kommt es nun nicht. "Ich hoffe nur für die Stadt, dass es nach uns einen anderen Betreiber gibt", sagte Claudia Hebbel.

Sie bedauert den Weggang aus Dormagen nach 17 Jahren. Ein Grund für die sofortige Trennung könnte darin liegen, dass Cineplex nach Rücksprache mit der Versicherung die Miete halbiert hat, weil das Kino seit sieben Monaten nicht spielfähig ist. "Ich vermute, der Besitzer der Immobilie hätte gerne weiterhin die volle Miete gehabt", mutmaßt Hebbel.

Bürgermeister Erik Lierenfeld reagierte überrascht: "Der Kinobetreiber hat uns gegenüber auf wiederholte Nachfragen immer wieder beteuert, dass man sich in Sachen Wiedereröffnung auf einem guten Weg befinde. Alternative Angebote für eine Zwischenlösung, um unseren Bürgern Kinospaß zu bereiten, wurden mit dieser Begründung ebenfalls abgelehnt."

Lierenfeld weiter: "Wir werden jetzt noch einmal das Gespräch mit dem Gebäudeeigentümer suchen." Für Robin Zur, neuer Vorsitzender der Werbegemeinschaft City-Offensive Dormagen, ist klar, "dass es jetzt ein Gesamtkonzept für das Dormacenter geben muss. So leer und so mau darf es dort nicht bleiben." Am Wochenende hat mit Rossmann ein weiterer Ankermieter das Center verlassen.

Quelle: NGZ
 
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