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Dormagen
Covestro: Bund fördert CO-Nutzung

Dormagen: Covestro: Bund fördert CO-Nutzung
Beim BMS-Nachfolger Covestro im Chempark Dormagen wird aus dem Umweltkiller Kohlendioxid ein neuer Rohstoff. FOTO: BMS
Dormagen. Bis 1,5 Millionen Euro für Verwertung des Abgases in der Kunststoffproduktion. Von Stefan Schneider

Noch in diesem Jahr will Covestro, das Nachfolge-Unternehmen von Bayer MaterialScience, im Chempark Dormagen eine neue Produktionsstraße in Betrieb nehmen, in der das klimaschädliche Abgas Kohlendioxid (CO2) für die Herstellung von Polyolen nutzbar gemacht werden soll. Polyole kommen unter anderem in Polstermöbeln und Matratzen vor. Das neueste Projekt in diesem Zusammenhang ist die Arbeit an einem Verfahren, mit dem das Treibhausgas in industriellem Maßstab nun auch zur umweltverträglichen Produktion von Elastomeren, formfesten, aber elastischen Kunststoffen, verwendet werden kann. Die Fachleute von Covestro kooperieren dabei mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und der Technischen Universität Berlin.

Die erfolgreiche Weiterentwicklung bei der CO2-Forschung und Nutzung findet auch in der Politik Anerkennung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben über die nächsten drei Jahre mit bis zu 1,5 Millionen Euro, teilte Covestro gestern mit. Das Projekt läuft unter dem Namen Production Dreams. Bisherige Tests im Labor hätten ergeben, dass die mit CO2 hergestellten Elastomere dieselbe gute Qualität haben wie solche, die aus petrochemischen Rohstoffen entstammen, berichtet Covestro. Normalerweise basieren Elastomere komplett auf Erdöl. Nun lassen sich nach Angaben des Unternehmens 25 Prozent des Öls sparen. Auch die Menge der bislang benötigten Lösungsmittel soll verringert werden, das ganze Prozedere wird energieeffizienter. Zunächst ist allerdings die Entwicklung eines kontinuierlichen Verfahrens nötig, das weit über die eingeschränkte Anwendung im Labor hinausgehen, um wirtschaftlich produzieren zu können.

"Mit dem BMBF-Verbundprojekt verstärken wir unsere Bemühungen, wirtschaftliche und klimaschonende Produktionsverfahren zu entwickeln, bei denen CO2 als Baustein für leistungsfähige Kunststoffe genutzt wird", resümiert Covestro-Projektleiter Jochen Norwig.

Quelle: NGZ
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