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Dormagen
Dartklubs hoffen auf Zulauf durch die WM

Dormagen: Dartklubs hoffen auf Zulauf durch die WM
Darts-Spieler Ludwig Hillekamp und Nicole Berrenrath mit den nur 18 Gramm schweren Pfeilen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Dormagens Dartspieler freuen sich über gestiegenes Interesse an der Weltmeisterschaft. In den Kneipen zeigt sich dieser Trend (noch) nicht. Von Christian Lücke

Derbytime im Römerkrug. Die Heimmannschaft "Just for Fun" empfing den Gast, die "Speed Darter", aus dem Pink Panther. Die Teams spielen in einer Liga, in der eher der Spaß und die Geselligkeit im Vordergrund stehen, trotzdem fiebern alle mit dem Werfer aus den eigenen Reihen mit.

Thomas Sievers (50) spielt seit acht Jahren E-Darts. Das Werfen auf die Automaten hat bei ihm wie bei vielen anderen Hobby- und Profispielern "irgendwann mal in einer Kneipe angefangen". Als Hobbyspieler, der zwei bis drei Mal pro Woche zu Hause trainiert sowie ein Mannschaftstraining absolviert und meistens auch ein Meisterschaftsspiel hat, erlebte er die Entwicklung des Sports hautnah mit: "Darts ist ein Kneipensport und durch das Rauchverbot damals ist die Beteiligung in unserer Liga von 120 C-Liga-Mannschaften auf 64 zurückgegangen."

Im Fernsehen wird Darts indes immer beliebter. Sport 1 sendete von der gerade zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft in England 90 Stunden live und erzielte dabei nach eigenen Angaben sogar einen Quotenrekord mit der Übertragung des Finales (Spitzenwert von 1,97 Millionen Zuschauern). Die TV-Zuschauerzahlen boomen, noch spiegelt sich dies aktuell nicht an den Dartscheiben in den Kneipen wieder: "Das direkte Interesse am Dartspielen ist nicht da, aber es werden mehr Turniere im TV übertragen und immer mehr Leute reden darüber", sagt Sievers. So steige die Aufmerksamkeit etwa bei Arbeitskollegen. "Die schauten sich die WM teilweise an, besonders das Finale." Der 50-Jährige hat die WM inklusive der "gesamten Vorrunde verfolgt und vor allem mit den Deutschen mitgefiebert."

Das Gästeteam im Römerkrug besteht seit neuen 9 Jahren: "Wir haben immer gegeneinander gespielt und das wurde auf Dauer langweilig. Deshalb haben wir ein Team gegründet und es macht sehr viel Spaß gegen andere Mannschaften zu spielen und neue Leute kennenzulernen", sagt Sabrina Benzing (37).

Gespielt wird im Mannschaftswettbewerb mit sechs Spielern, davon sind zwei als Ersatzspieler eingetragen. Das macht vier aktive Akteure, die je vier Spiele im Modus "301 Single Out" bestreiten und wer zuerst zwei Sätze gewinnt, bekommt das Spiel und somit den Punkt, wodurch insgesamt 16 Punkte vergeben werden. "Single Out" bedeutet, dass von 301 heruntergespielt wird und dann auch ein normales Feld den Sieg bringen darf. Bei der WM wurde von 501 heruntergespielt und der Satz musste mit einem Doppelfeld beendet werden. Ein weiterer Unterschied sind die Pfeile, die beim E-Darts nur maximal 18 Gramm wiegen, da die Elektronik des Automaten von schwereren Pfeilen zerstört werden könnte.

Für die Hobbyspieler gibt es jedes Jahr ein ganz besonderes Highlight: Die "Pützliga" (Einzugsgebiet vom Kölner Raum bis nach Hilden), in der die beiden Teams in der Spielklasse C antreten, veranstaltet jährlich Ende August ein Turnierwochenende auf einem Schiff, das den Rhein von Königswinter bis zur Lorely hinauffährt.

Quelle: NGZ
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