| 00.00 Uhr

Dormagen
"Das Jesuskind in Handtücher gewickelt"

Dormagen: "Das Jesuskind in Handtücher gewickelt"
Tannenbaum, Nussknacker und Krippe - die Kinder der Regenbogenschule haben ihre liebsten Weihnachtssymbole aufgemalt. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Warum feiern wir Weihnachten und was hat eine Krippe damit zu tun? Die Kinder der Regenbogenschule wissen es. Von Laura Ihme

"Es begab sich aber zu der Zeit ..." - so beginnt die Weihnachtsgeschichte in der Bibel. Und weiter? Da war doch was mit Maria und Josef, einer Volkszählung und einer langen, beschwerlichen Reise, die schließlich ihr Ende in einem Stall mit einer Futterkrippe findet. Für all jene, denen die Geschichte ebenfalls nur noch bruchstückhaft in Erinnerung ist, haben die Schüler der zweiten Klasse der Regenbogenschule die Weihnachtsgeschichte in ihren Worten zusammengefasst.

Kinder erzählen die Weihnachtsgeschichte

Eine kompakte Erklärung der Geschehnisse an Heiligabend kann zum Beispiel Lukas liefern: "Maria und Josef suchten Platz und dann kam ein Stern, der war ganz wichtig, und führte auch die Hirten zu ihnen", sagt der Achtjährige. Moment mal - war da nicht noch was zwischen der Herbergssuche von Maria und Josef und dem Besuch der Hirten? Natürlich! Keiner wollte den beiden Unterschlupf bieten und da mussten sie mit einem Stall mit Futterkrippe vorliebnehmen, dem Stall "von einem Mann", vervollständigt Lukas seine Ausführungen. "Alle Herbergen waren besetzt, deshalb haben die Menschen in Bethlehem Maria und Josef irgendwann gesagt, dass sie einfach in den Stall gehen sollen", erklärt sein Klassenkamerad Jonas. Und dann wurde das Jesuskind geboren. "Maria und Josef haben das Jesuskind in Handtücher eingewickelt, weil es ja sonst nackig gewesen wäre", sagt Lukas. Und Ochs und Esel haben zugeschaut. Dass das Jesuskind, das als Sohn Gottes ja ein besonderes Kind ist, in einem Stall geboren wurde, findet Lukas "nicht so schön". Klassenkamerad Jonas findet dafür noch deutlichere Worte: "Besser wären ein Krankenhaus oder ein Bett gewesen. Ich weiß, damals gab es noch kein Krankenhaus, aber in einem Bett oder in der Jugendherberge wären noch andere Leute gewesen, die hätten helfen können. So waren Maria und Josef ganz allein", sagt der Siebenjährige.

Froh über die Geburt von Jesus ist er trotzdem: "Weil Jesus an Weihnachten geboren ist, feiern wir das Fest überhaupt und weil die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind Geschenke mitgebracht haben, kriegen wir auch welche." Das kann auch Rebecca bestätigen: "Jesus hat an Weihnachten Geburtstag und weil wir ihm nichts schenken können, müssen wir eben uns etwas schenken", sagt die Siebenjährige. Was für eine gute Alternative! Wegen der Geschenke freuen sich Rebecca und Jonas besonders auf Weihnachten. Ihr Freund Lukas freut sich aber auch noch aus einem anderen Grund aufs Fest: "Mir gefällt, dass man an Weihnachten mit der Familie zusammen ist."

Aber wir schweifen ab von der Weihnachtsgeschichte - wie ging die denn weiter? "In dem Stall waren eine Menge Tiere drin", fügt Rebecca noch hinzu. Genau das sieht ihre Klassenkameradin Joline allerdings ein wenig kritisch: "Das ist doof, dass Maria und Josef das Kind bekommen haben bei den ganzen Tieren", sagt sie. Aber die Tiere haben doch am Anfang gar nicht gemerkt, dass da Maria und Josef in den Stall gekommen sind, erst später, als das Baby schon da war, haben sie die Familie bemerkt, erläutert Rebecca. Wie dem auch sei - irgendwann haben die Tiere die Geburt des Jesuskindes mitgefeiert, genau wie die Hirten und die Könige.

Lukas kann zudem erklären, wie es nach dem großen Freudenfest in der Krippe weitergegangen ist: "Maria und Josef mussten fliehen, weil der Kaiser wollte, dass seine Soldaten alle Häuser aufsuchen und das Kind dann töten. Alle haben gesagt, das Jesuskind ist der zweite König", sagt er. Und auf der Flucht waren Maria und Josef dann auf ein Flugzeug angewiesen, sind irgendwohin geflogen und wieder zurück, erklärt er. Die genauen Umstände hat Lukas aber nicht mehr im Kopf.

Gelernt hat der Zweitklässler all das in verschiedenen Büchern, die er bei sich zu Hause im Regal stehen hat. Bei Joline ist es ein wenig her, dass sie die Weihnachtsgeschichte das letzte Mal gelesen hat. "Ich habe mir das Buch vor einem Jahr mal angeschaut", sagt sie. Auffrischung in Sachen Maria, Josef und Jesuskind kriegt sie aber jedes Jahr an Heiligabend, wenn sie mit ihren Eltern in die Kirche geht: "Dort schauen wir uns dann immer das Krippenspiel an", sagt sie. Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen!

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dormagen: "Das Jesuskind in Handtücher gewickelt"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.