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Dormagen
Deichsanierung verzögert sich

Dormagen: Deichsanierung verzögert sich
Wie die Deichmauer in Stürzelberg saniert und erhöht wird, ist nur ein Aspekt, der bei der großen Deichsanierung noch nicht feststeht. FOTO: "Tinter, Anja (ati)"
Dormagen. Seit zweieinhalb Jahren erstellt die Arbeitsgemeinschaft Hahn-Bender/Patt aus Wesel die Vorplanung für die "Große Lösung" der Deichsanierung. Von Carina Wernig

Mit der Hilfe weiterer Unternehmen wurde der marode Deich zwischen Stürzelberg und der Stadtgrenze zu Köln vermessen, Probebohrungen haben die Bodenbeschaffenheit offengelegt und mögliche Varianten für den Bau des neuen Deichs oder eine Sanierung ermittelt. Am Dienstagabend erläuterten die Ingenieure den Stand der Vorplanungen den Mitgliedern des Erbentags, des Spitzen-Gremiums des Deichverbands Dormagen-Zons, auf einer viereinhalbstündigen Sitzung im Feuerwehrgerätehaus in Zons. "Heute geht es nur um den Überblick über den Planungsstand, danach wird im Detail weiter diskutiert", sagte Deichgräf Reinhard Hauschild. Je nach Variante für die Planung kostet die Sanierung zwischen 35,3 und 47 Millionen Euro - ohne eventuell nötigen Grundstückserwerb.

Sicher ist bisher, dass sich die Deichsanierung um ein halbes Jahr verzögern wird, wie der promovierte Ingenieur Michael Patt erläuterte: "Der Plan war, die Genehmigungsphase am 6. September 2016 zu beginnen - das können wir nicht einhalten." Durch die Neuwahl des Deichgräfen und die Einarbeitung der Verbandsführung habe sich eine Verzögerung von sechs Monaten ergeben, so Patt, der den neuen Termin für März 2017 sieht. Nach der Bearbeitung durch die Bezirksregierung und dem folgenden Planfeststellungsbeschluss im September 2018, einer anschließenden Ausführungsplanung, Ausschreibung und Auftragsvergabe könnte der Baubeginn Januar 2020 sein. "Wenn wir so zu einer abgewogenen Lösung unter der mehrheitlichen Zustimmung der Bevölkerung kommen, rechtfertigt das eine gewisse Verzögerung", sagte Hauschild.

Ziel der Planung ist die Schaffung eines von der Bezirksregierung Düsseldorf als notwendig erachteten Dreizonendeichs, den Michael Patt den Zuhörern erläuterte. "Insgesamt muss der Deich deutlich höher werden, um bis zu zwei Meter." Da das dann durch die erforderliche Bauweise dem Rhein Strömungsvolumen entzieht, muss dieses an anderer Stelle als "Retentionsraum" wieder ausgeglichen werden.

Über die unterschiedliche Beschaffenheit des vorliegenden Deichs in den untersuchten Abschnitten referierte Angela Kettler, die darauf hinwies, dass in einigen Bereichen der bestehende Deich als Stützkörper zu nutzen wäre, in anderen allerdings nicht. "Das hängt unter anderem vom Verdichtungsgrad und der Bodenbeschaffenheit ab", sagte sie.

Die einzelnen neun Abschnitte und mögliche Varianten stellte Ingenieur Henjörg Hahn den Erbentagsmitgliedern vor. Dabei gibt es verschiedene Ansätze, die sich nicht nur in den Kosten, sondern auch im Eingriff in die Natur, Aufwand und Aussehen sehr voneinander entscheiden. Ob Spundwände in die Deichkrone gerammt werden, mobile Spundwände zum Einsatz kommen, das Gelände erhöht wird, der Deich abgetragen, zurückverlegt und neu gebaut wird - über all diese Varianten wird der Erbentag in den nächsten Monaten entscheiden.

Vor allem in Stürzelberg, am Industriehafen von uct und im Bereich am Höhenberg an der Stadtgrenze zu Köln gibt es je nach Entscheidung für eine Bauweise mit Rückverankerung oder ohne besondere Bedingungen, die Ingenieur Norbert Brauer erläuterte: "Es wären sehr tief gehende Spundwände erforderlich." Wie mit den Glaswänden in Stürzelberg verfahren wird, steht auch noch nicht fest.

Die Sanierung des Deichs zwischen Stürzelberg und der Stadtgrenze zu Köln wird sich um etwa ein halbes Jahr verzögern. Die Planungsbüros stellten dem Erbentag einen Zeitplan vor, nach dem im Januar 2020 mit dem Baubeginn gerechnet wird.

Quelle: NGZ
 
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