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Dormagen
Delhovener für Asylheim in der Ortsmitte

Dormagen: Delhovener für Asylheim in der Ortsmitte
Schnelle Integration durch "Café Grenzenlos" - wie oben im Johanneshaus Delrath - das sagten Delhovener bereits zu. Südlich des Sportplatzes sollen 100 Flüchtlinge in zwei Gebäuden unterkommen. FOTO: G. Salzburg/Grafik: Stadt Dormagen
Dormagen. Auf der Bürgerversammlung setzten sich Delhovener für eine bessere Integration der Asylbewerber in ihrem Ort ein. Von Carina Wernig

Mit einer sehr harmonischen Zusammenkunft im Schützenhaus Delhoven ging die Reihe der ersten fünf Bürgerversammlungen der Stadt in 2015 zu den Flüchtlingsunterkünften am Dienstag zu Ende. Mehrere Delhovener äußerten den ausdrücklichen Wunsch, den Flüchtlingen mit Spenden, Sportangeboten und Sprachunterricht in neuen Begegnungsstätten "Café Grenzenlos" zu helfen, sie in die Dorfgemeinschaft zu integrieren. Das gelänge näher am oder sogar im Ort noch besser als auf dem von der Stadt vorgesehenen Grundstück südlich des Sportplatzes, so die Meinung vieler Delhovener.

FOTO: Georg Salzburg

Dort sollen im April/Mai 100 Asylbewerber untergebracht werden. "Wir planen dort zwei Gebäude mit jeweils Erdgeschoss und Obergeschoss", hatte Kämmerin Tanja Gaspers erklärt. "Die momentanen Zuweisungen von 40 oder 50 Flüchtlingen in der Woche werden sinken, aber mit 25 planen wir weiterhin für 2016", betonte Bürgermeister Erik Lierenfeld. Elf neue Unterkünfte sind für das nächste Jahr vorgesehen, dazu weitere Standorte in Zons/St. Peter/Stürzelberg auch noch 2016. "Wir wollen alle Stadtteile möglichst gleichmäßig berücksichtigen", so der Bürgermeister.

"In Delhoven geht es nicht darum, ob Flüchtlinge integriert werden, sondern wie", fasste Frank Dahmen, Oberst des Bürger-Schützen-Vereins Delhoven, zusammen. Der Ort habe gute Erfahrung mit an der Klosterstraße mitten im Ort untergebrachten Asylbewerbern aus dem früheren Jugoslawien gemacht, so ein Anwohner. Für Helmut Rahner, Ehrenvorsitzender des FC Delhoven, ist es "klar, dass wir die Jugendlichen gern aufnehmen und sie auch unsere Sportanlage nutzen lassen". Auch dort wäre ein "Café Grenzenlos" machbar.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Trotz dieses deutlich positiven Votums der mehr als 100 Besucher für die Flüchtlinge, wiesen mehrere Delhovener auf die begrenzen Plätze in Kindergarten und Tannenbuschschule hin. Der Erste Beigeordnete Robert Krumbein versprach, dass im Januar "intelligente Lösungen" gesucht werden, vielleicht mit einem Ausweichen auf die Schule in Straberg: "Wir hoffen, Ihnen im Februar ein schlüssiges Konzept vorlegen zu können", so Krumbein, der zusagte: "Ihre Kinder werden nicht verdrängt." Bei rund 1300 zusätzlichen Flüchtlingen bis Ende 2016 rechnet die Stadt zusätzlich mit 250 Flüchtlingskindern im Kita- und 400 im Schul-Alter.

Sorgen um Kita- und Schul-Plätze waren angesichts der 100 neuen Nachbarn "Auf'm Pohlacker" auch bei der Bürgerversammlung am Montag in Rheinfeld zu hören, ebenso Befürchtungen wegen womöglich steigender Kriminalität oder Ärger wegen so empfundener Benachteiligung. Auf die Frage, ob das Heimatfest neben der Unterkunft weiter gefeiert werden könne, antwortete Lierenfeld: "Das Fest wird weder hier noch in Nievenheim durch Flüchtlinge beeinträchtigt." Da solle die Sorge eher den jetzigen Nachbarn gelten, die sich bereits das ein oder andere Mal wegen Ruhestörung beschwert hätten.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Quelle: NGZ
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