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Dormagen
Delhovener geschockt über Kahlschlag

Dormagen: Delhovener geschockt über Kahlschlag
Alles weg: Wo es vorher durch Bäume und Sträucher noch einen Sichtschutz für die Reitanlage gab, ist jetzt der Weg frei zum Radweg und auf die Klosterstraße. FOTO: K. Schumilas
Dormagen. Am Ortsende von Delhoven, entlang der Klosterstraße (L 280), wurden jetzt in massiver Weise Bäume gefällt und Sträucher entfernt. Der Landesbetrieb Straßen NRW weiß nichts von einem solchen umfangreichen Auftrag. Von Klaus D. Schumilas

Die Dormagenerin traute ihren Augen nicht, als sie mit ihrem Hund auf dem Radweg an der Klosterstraße spazieren ging: "Alles weg. Tabula rasa", ärgert sie sich. In der Tat: Am Ortsausgang von Delhoven, in Höhe der Bezirkssportanlage des heimischen FCD und der Anlage des Reit- und Fahrvereins Dormagen, sind nahezu alle Bäume gefällt worden, dazu ist von dem einst dichten Sträucherbewuchs nichts mehr zu sehen. Ein Kahlschlag. "Das dauert Jahre, ehe dort wieder etwas hoch gewachsen ist", sagt die Dormagenerin, die ihren Namen nicht veröffentlicht sehen möchte. Sie denkt auch an die Pferde des dortigen Vereins, "für die es beim Ein- und Ausladen einen guten Sichtschutz zum Radweg und zur Landstraße gegeben hat. In den Sträuchern haben viele Vogelarten gelebt. Unmöglich", schimpft sie.

Warum es an dieser Stelle einen derart durchgreifenden Schnitt gegeben hat, ist derzeit unklar. "Das ist nicht unser Gebiet", sagt Gerhard Kranefuß, Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen NRW. Er hat sich gestern vor Ort die Situation angesehen und war auch etwas überrascht, wie weitflächig alles weg ist. Kranefuß zeigt auf die Holzstäbe, die entlang der Kloster- und Landesstraße in der Erde stecken und oben rot angestrichen sind. "Bis hierhin, von der Straße aus gesehen, ist unsere Zuständigkeit", sagt er.

Dass die umfangreichen Baumfällarbeiten von Straßen NRW beauftragt worden sein sollen, wundert Kranefuß. Seinen Informationen zu Folge hatte der Landesbetrieb den Auftrag erteilt, im ersten Bereich, dort wo es in den Walter-Reuber-Weg geht und wo das große Vereinsschild des FC Delhoven steht, auf eine Geländetiefe von zwei Metern Bäume und Sträucher zu beschneiden. Im weiteren Verlauf sollte die Geländetiefe (von der Klosterstraße aus gesehen) vier Meter betragen. "Das passt auch ganz gut zu dem, was ich hier sehe", so Kranefuß. Dass die Bäume gefällt wurden, die unter den Stromleitungen stehen, ist nachvollziehbar, "da ist es zu gefährlich." Warum aber ist so viel mehr komplett weggeschnitten worden? Der Grünflächen-Experte weiß es nicht.

Gerhard Kranefuß sieht sich die Situation vor Ort an. FOTO: Klaus D. Schumilas kds

Aufschlussreich ist das, was ein Mitarbeiter einer Firma aus Brüggen erzählt, dem Kranefuß gestern zufällig begegnet: "Wir sollten alles komplett wegmachen", sagt dieser. Diese Anweisung sei wiederum von einer Firma in Mülheim erteilt worden, die den Auftrag von Straßen NRW erhalten hat - das weiß auch Kranefuß. "Welches Interesse sollten die daran haben, mehr zu machen?" rätselt er. Gestern gab es dazu keine Auskunft - altweiber-frei. Beim FC Delhoven war man im Vorhinein über "leichte" Schnittarbeiten informiert worden, wie 1. Geschäftsführer Thomas Frason sagt. Den gehäckselten Baumschnitt wolle man als Rindenmulch an Ort und Stelle verwenden.

Mit den Gehölzschnittarbeiten, die es auch entlang der Landstraße 280 an der Provinzialstraße zwischen Dormagen-Mitte und Delhoven gegeben hat, geht es weiter: So wird es, wie der Mitarbeiter aus Brüggen erklärte, auf der gegenüberliegenden, linken Seite (in Fahrtrichtung Kloster Knechtsteden) umfangreiche Baumfällungen und Rückschnitt der Sträucher geben. "60 Prozent kommen weg", kündigt der Mitarbeiter an.

Quelle: NGZ
 
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