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Detlef Weber
Delrath sucht die nächsten Tollitäten

Detlef Weber: Delrath sucht die nächsten Tollitäten
Der Vorsitzende der IG Delrather Karneval, Detlef Weber, wünscht sich mal wieder Tollitäten an seiner Seite. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. In dieser Session gab es kein Dreigestirn, bisher sieht es für 2016/17 auch schlecht aus: Die Delrather drängeln sich gerade nicht darum, Narrenherrscher zu werden. Dabei sind die Karnevalisten sehr entspannt, wie IG-Vorsitzender Detlef Weber erklärt.

Herr Weber, die Interessengemeinschaft (IG) Delrather Karneval sucht Tollitäten für die Session 2016/17. Welche Vorstellungen haben Sie als Vorsitzender?

Detlef Weber Wir suchen jede Art von Tollität: ob Dreigestirn, Prinzenpaar, Einzel-Regenten, Frauen, Männer oder Kinder. Wer Spaß am Karneval hat und gern mal in die Rolle als Tollität schlüpfen möchte, kann sich gern bei mir melden.

2009 war Detlef Weber Jungfrau im Delrather Dreigestirn - mit Bauer Stefan Kuypers und Prinz Hermann Funk (v.r.), links: Prinzenführer Günter Grief. FOTO: Jazyk

Das klingt ein bisschen verzweifelt. . .

Weber (lacht) Nein, das sind wir nicht. Es wäre eben nur schön, wenn wir mal wieder Tollitäten hätten. Wir Delrather haben auch Spaß an der Freud' ohne Dreigestirn, aber mit Tollitäten ist es natürlich noch viel schöner. Der Delrather Karneval ist unkompliziert und offen für alle.

Welche Voraussetzung müssen die Tollitäten-Kandidaten denn haben?

Weber Sie sollten von Herzen jeck sein und Freude ausstrahlen. Wichtig ist es, das Karnevalsbrauchtum zu mögen und idealerweise einen Bezug zu Delrath zu haben. Es könnte eine Kinderprinzessin sein, die in Delrath zur Schule geht, oder jemand, der im Schützen- oder Sportverein aktiv ist.

Warum ist es so schwierig, Menschen zu finden, die eine Session lang als Tollität Delrath repräsentieren?

Weber Viele glauben, dass es viel Geld und Zeit kostet - beides wollen einige nicht investieren. Da können wir nur versuchen, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Andere wollen lieber mitfeiern und nicht im Mittelpunkt stehen. Oder sie trauen sich nicht, auf die Bühne zu kommen.

Wie können Sie diese Argumente der hohen Kosten und des großen Zeitaufwands entkräften?

Weber Natürlich spielen Kosten eine Rolle, allerdings erhalten die Tollitäten einen Obolus vom Verein, der sie finanziell unterstützt. Außerdem beraten wir gern bei Fragen zu Orden und Wurfmaterial - und zu den Mengen. Und über Zeitprobleme können wir reden. Wir haben als Interessengemeinschaft nicht so viele närrische Termine wie eine Karnevalsgesellschaft.

Sind die Orden das Teuerste?

Weber Das muss nicht sein. Wir haben keine Vorschriften, wie der Orden aussehen und aus welchem Material er gemacht werden muss. Das können auch selbstgebastelte Orden sein oder fertig gekaufte, da muss niemand Angst vor unbezahlbaren Vorgaben haben. Die Tollitäten repräsentieren sich doch auch selbst, da sollen sie entscheiden, wie sie ihren Orden gestalten.

Pflichten gibt es aber auch?

Weber Na klar, aber nur schöne. . . (lacht) Wir haben auch einige Pflichttermine, die besucht werden sollten, die aber auch sehr viel Spaß machen: unser Altweiberball, der Karnevalsumzug, die Sitzungen der KG Delrath und der kfd in Delrath, dazu die Schlüsselübergabe beim Bürgermeister in Dormagen und die Einladung des Landrats - das war es dann aber auch.

Das Delrather Damen-Dreigestirn der Session 2014/15 hatte offensichtlich viel Spaß. Ist das keine Werbung?

Weber Alle Tollitäten schwärmen von ihrem Jahr. Das wäre schön, wenn das gute Vorbild "abfärben" würde. Einmal im Dreigestirn zu sein, ist das Schönste - auf dem Tollitätenwagen zu stehen, ist genial.

Sie wissen, wovon Sie sprechen: Welche Erfahrungen haben Sie denn als Jungfrau in der Session 2009/10 als Teil des Dreigestirns gemacht?

Weber Das war eine unvergessliche Session. Wir haben viele nette Menschen kennengelernt und nicht nur zu Jecken, sondern auch zu anderen Leuten in ganz Dormagen und Umgebung guten Kontakt aufgebaut. Und unsere Familie ist eh jeck. Meine Frau Anja bleibt lieber in der zweiten Reihe, war aber mit ganzem Herzen dabei als Tollitäten-Mutter und -Frau: Tochter Annika war Jungfrau im Kinder-Dreigestirn 2003 und Sohn Yannik war 2008/09 Kinderprinz, so dass ich ihn mit meinem Dreigestirn abgelöst habe. Wir können das Tollitäten-Dasein nur empfehlen!

Bis wann vor der Delrather Sessionseröffnung am 12. November im Johanneshaus sollten sich denn Bewerber melden?

Weber Bis Mitte September wäre optimal, damit man die Ornate noch anpassen und Orden herstellen lassen kann.

CARINA WERNIG FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: NGZ
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