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Dormagen
Delrather kämpfen um Infrastruktur

Dormagen. Peter Jacobs hofft, Wanderungsbewegungen für Delrath nutzen zu können. Von Carina Wernig

Seit mehr als fünf Jahren kämpft die "Bürgerinitiative Lebenswertes Delrath" (B.I.L.D.) dafür, dass der Ort zwischen Bahngleisen und Autobahn A 57 nicht stiefmütterlich behandelt wird. "Wir sind keine Querulanten, sondern haben uns auch in der Diskussion um die geplante Kohnacker-Gewerbegebiet-Erweiterung vor allem dagegen gewehrt, dass unser letztes Naherholungsgebiet einfach aufgegeben wird", betont Peter Jacobs, einer der Gründer der B.I.L.D. Auch heute noch kämpft die Initiative dafür, die Infrastruktur für Delrath und damit den Ortsteil zu erhalten: "Wenn nach dem Schwimmbad in Nievenheim die Grundschule in Delrath schließen müsste, wäre das nicht mehr zu korrigieren", fragt er sich, wie Neubürger dann noch zum Zuzug bewegt werden könnten und schlägt ein neues Wohngebiet im Norden vor. Auch die gute Anbindung über den Bahnhof sei ein Plus.

Daher ist Jacobs froh darüber, dass die CDU sich nun dafür einsetzt, Zukunftsperspektiven für Dormagen zu entwickeln, um von den Wanderungsbewegungen aus den Großstädten zu profitieren (die NGZ berichtete). Dass statt des für Dormagen prognostizierten Bevölkerungsrückgangs um 5,5 Prozent nun ein 3,5-Prozent-Wachstum erwartet wird, wundert Peter Jacobs nicht: "Seit 2011 existiert ein von der B.I.L.D. entwickeltes Konzept, das genau diese Zielrichtung verfolgte, auch in die Politik eingebracht wurde, dort aber wenig Beachtung fand", zeigt sich Jacobs erfreut, dass diese Gedanken jetzt ernsthaft verfolgt würden. Die Stadtverwaltung hat mit der "Zukunftswerkstatt" die Tür zu einem Wettbewerb geöffnet, der Visionen und Strategien für die Stadtentwicklung ermöglicht.

Nach wie vor kritisiert die B.I.L.D. die Trassenführung der geplanten Anschluss-Stelle Delrath, da sie "viel mehr Land als nötig verschlingen würde", so Peter Jacobs, der vorschlägt, statt Industrie oder Logistikhallen im Gewerbegebiet Silbersee Bürogebäude zu errichten: "Die Unis suchen händeringend Gelände für Start-up-Unternehmen - warum nicht am Silbersee?"

Quelle: NGZ
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