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Dormagen
Der Bahnhof als Tor zur Heimat

Dormagen: Der Bahnhof als Tor zur Heimat
Vom Dormagener Bahnhof bricht Anne Schmitt mehrmals in der Woche in die Umgebung auf. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Dormagen. Annemarie Schmitt, die Leiterin der Seniorenbegegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt an der Friedensstraße, liebt "ihren" Stadtteil Horrem und die neugestaltete Station. "Der Bahnhof hat gewonnen", sagt sie. Von Stefan Schneider

Unmittelbar vor den letzten drei Stufen auf dem Aufgang zum Dormagener Bahnhofsvorplatz breitet Annemarie Schmitt die Arme aus. "Jetzt bin ich zu Hause", sagt sie und lacht. Die Leiterin der Seniorenbegegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt an der Friedensstraße kommt gerade vom Bahnsteig, der ihr von vielen Abfahrten und Ankünften vertraut und liebgeworden ist. Der Bahnhof ist die Verbindung in die Welt außerhalb ihrer Heimatstadt, in der die 59-Jährige seit 47 Jahren lebt. Und er weckt nach kurzer oder auch längerer Abwesenheit das Gefühl, wieder in bekannten Gefilden angekommen zu sein.

"Ich fahre sehr gerne mit der Bahn", erzählt Annemarie Schmitt. Prima lesen könne sie dort, und sie komme entspannt an. Ihre wichtigsten Ziele in der näheren Umgebung sind Köln und Düsseldorf. In die Domstadt fährt sie gerne mit ihrem Mann Bernhard, Fraktionsvorsitzendender der Dormagener SPD, um dort gemeinsam freie Zeit zu verbringen. 17 Uhr hin, gegen 21 Uhr zurück - das sei der typische Rhythmus, sagt Schmitt. Und obwohl sie das Kölsch dem Altbier vorzieht, führt sie der Weg mit der Bahn in der Regel auch mindestens einmal in der Woche in die Landeshauptstadt. Denn dort wohnen ihre Tochter Katharina (27) mit den Enkeln und ihr Sohn Alexander (22), der Düsseldorf als Studienort gewählt hat. Der Kontakt zu ihren Kindern und der Zusammenhalt der Familie sind Schmitt wichtig.

Der Bahnhofskiosk ist ein beliebter Treffpunkt. FOTO: BERNS

Den Zug als Transportmittel wählt sie auch, wenn es zum Fußballgucken geht. Köln und Düsseldorf liegen dabei im Ansehen bei der Dormagenerin etwa gleichauf. Sie hat sowohl einen FC-, als auch einen Fortuna-Schal im Schrank. Dass Schmitt den Bahnhof schätzt, hat auch etwas mit der Umgestaltung vor gut einem Jahr zu tun. Die 59-Jährige ist mit dem Ergebnis der umfangreichen Arbeiten zufrieden: "Der Bahnhof hat aus meiner Sicht deutlich an Attraktivität gewonnen", urteilt sie.

Und das Drumherum? "Horrem ist für mich Heimat im engsten Sinne. Hier kennt man sich einfach, das mag ich", sagt Annemarie Schmitt. Wie zum Beweis wird sie in der Bäckerei neben der Station sogleich freundlich von zwei Damen gegrüßt. Dass ihr Gesicht vielen Menschen in Horrem und darüber hinaus in anderen Ortsteilen Dormagens bekannt ist, hat sicherlich mit ihrer Tätigkeit in der Seniorenbegegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt zu tun, wo sie regelmäßig Veranstaltungen und Reisen organisiert; außerdem engagierte sie sich zuvor in Krabbelgruppen und im Jugendcafé, neuerdings zudem drei Mal in der Woche in der Kleiderkammer für Flüchtlinge in der Turnhalle an der Beethovenstraße.

Der Bahnhofskiosk ist ein beliebter Treffpunkt. FOTO: BERNS

Hinzu kommt, dass Schmitt grundsätzlich aufgeschlossen und kontaktfreudig ist: "Ich gehe in den Hit-Markt in Top-West rein und kenne niemanden. Dann komme ich wieder raus und kenne zehn", beschreibt sie sich selbst - und lacht erneut.

Quelle: NGZ
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