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Dormagen
Der City-Trödel hat Suchtpotenzial

Dormagen: Der City-Trödel hat Suchtpotenzial
Till (5) und Mama Ulrike Bute stöbern bei Anja Esser, Till und Lukas (v.l.). FOTO: Tinter
Dormagen. Zur Flohmarktsaison in der Innenstadt gab es einen Schön-Wetter-Auftakt. Viele treue Anbieter waren wieder da. Von Karoline Gellrich

"Ich bin frech und spreche die Passanten direkt an", sagt Carola Joss-Rick, "darum bin ich auch zuversichtlich, viel zu verkaufen." Joss-Rick ist Trödel-Debütantin und zufrieden mit dem ersten City-Trödelmarkt des Jahres: "Das super Wetter und die nette Kundschaft motivieren richtig", sagt Joss-Rick, "die Standgebühr ist längst eingenommen. Das Verkaufen macht einen riesen Spaß", sagt die Frau aus Rosellen. Im Angebot hat Joss-Rick Handtaschen, Messing- und Serviceteile, Elektrogeräte sowie ein vergoldetes Besteck, welches sie ursprünglich mehrere Tausend Euro gekostet hat. "Unter 200 Euro möchte ich es nicht hergeben", sagt Joss-Rick, "mal sehen, ob ich dafür noch einen Käufer finde."

Wolfgang Dittrich ist zufrieden, denn er hat gerade eine schwere, dunkelblaue Vase mit goldenem Rand verkauft. Er ist bereits einige Jahre im Trödelgeschäft und kommt regelmäßig auf den City-Trödel: "Heute ist das Wetter zwar klasse", sagt Dittrich, "aber wir mussten auch manches Mal zittern, ob das Zelt dem Regen und Sturm standhält." Der Rentner teilt sich den Stand mit seiner Lebensgefährtin Rosi Weil. Die Zonserin brachte ihn zur Trödelleidenschaft und seitdem ist es ihr gemeinsames Hobby. "Am Abend werten wir aus, wer von uns beiden mehr Geld eingenommen hat, das ist wie ein kleiner Wettbewerb zwischen uns", sagt Dittrich. Sein Lieblingsstück ist ein singender und tanzender Stoff-Teddy, von dem er sich nur ungern trennen möchte: "Die Passanten amüsieren sich, wenn sie den Knopf betätigen und der Bär anfängt zu singen. Ich mag diese lebendigen Spielzeuge, wenn die verkauft sind, ist es am Stand wieder so still."

Einen halben Spielwarenladen mit Kasperle-Figuren, Duplo- und Legosteinen, Kuscheltieren und unzähligen Barbies gibt es zwei Stände weiter bei Helga Dreikausen zu bestaunen. Die Rentnerin gehörte bereits zu den Anbietern des allerersten City-Trödelmarkts und ist ihm seither treu geblieben. Rückblickend stellt Dreikausen fest, dass die Kundschaft verhaltener ist als noch vor zehn Jahren: "Ich denke, das liegt am Zuwachs des Verkaufs übers Internet. Vor allem jüngere Generationen kaufen lieber neu als gebraucht." Dennoch gibt die Dormagenerin nicht auf: "Trödeln ist mein Hobby - es hat Suchtpotenzial: Einmal davon angesteckt, kannst man nicht mehr aufhören."

Quelle: NGZ
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