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Dormagen
Der Jugendchor St. Michael berührt mit Text und Musik

Dormagen. Ensemble zeigte sich putzmunter und innovativ. Von Klaus Niehörster

"Wenn am Himmel de Sterne danze" - man möge verzeihen, wenn das Kölsch nicht so ganz korrekt erscheint. Gesungen hat dieses als urrheinischer Hymnus anmutende Lied jedenfalls größten Eindruck gemacht. Davon errang ein kurzer Abschnitt am Samstagabend den konzertanten Ehrenplatz als Zugabe. Einer der drei Dirigenten nannte ihn scheinbar respektlos "Rausschmeißer", und dabei animierte er in Wirklichkeit doch eine ziemliche Weile zum weiteren Sitzenbleiben.

Das Kirchengestühl fast komplett füllende Publikum geriet mit dem Appell an sein heimisches Idiom in Verzückung. "Der Jugendchor St. Michael hat das Programm selbst bestimmt", lüftet Gaby Schlömer einen wichtigen Faktor der Erfolgsformel, "sie haben sich unter den internationalen Songs umgesehen und festgelegt, was sie an diesem Abend singen wollten." Von einem halben Jahr Probezeit spricht die ehrenamtliche Jugendbetreuerin. Ihr ist die große Freude über das gute Gelingen anzusehen.

Lisa Meier, David Mertin und Felix Schirmer leiteten den großen Chor, der den Altarraum beinahe völlig besetzte. Hinzu kam eine sechsköpfige Band, die von der Gitarre über das Schlagzeug bis zu Percussion und Klavier alles aufbot, was Pop, Musical, Gospel oder Soul heute denn so erfordern. Das reichte den musikalisch-innovativ beseelten Jugendlichen aber noch nicht, denn vorn versah ein von rückwärtigen Boards gesteuerter Video-Schirm zusätzliche bildliche Info-Dienste.

Es ging darum, wie Jugendliche ihren Weg gehen, vom Fliegen träumen, dringenden Änderungsbedarf in der Welt sehen. Der Essay "Heimat", verfasst (!) und vorgetragen von Paula Iven, deckte das zwiespältige Verhältnis einer Jugendlichen zu ihren Wurzeln auf. Der Gesang der Ureinwohner Lapplands ("Yoik") faszinierte durch seine fremdartige nordische Diktion. Beim gospel-ähnlichen "Never give up", arrangiert von Felix Schirmer, kam rauschender Beifall auf.

Der Chorleiter benennt als mögliches Risiko für das Gelingen die große Altersspanne der Jugendlichen (von 12 bis 21 Jahren): "Heute hat es geklappt." Die Vermutung liegt nahe, dass es mit diesem putzmunteren Ensemble immer klappen wird, und man darf die kommenden Konzerte des Jugendchores sicher mit Spannung und Freude erwarten.

Quelle: NGZ
 
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