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Dormagen
Der lange Weg zum Beruf des Diakons

Dormagen: Der lange Weg zum Beruf des Diakons
Ronald Brings (l.) wird am 21. November im Kölner Dom zum Diakon geweiht. Pfarrer Peter Stelten freut sich über den Neuzugang zu seinem Seelsorge-Team in St. Michael. FOTO: L. Berns
Dormagen. Als "Spät-Berufener" wird Ronald Brings in zwei Wochen zum Diakon geweiht. Danach verstärkt der Dormagener das Seelsorge-Team von St. Michael. Bis zur Diakonenweihe musste Brings eine vierjährige Ausbildung absolvieren. Von Carina Wernig

Knapp zwei Wochen vor seiner Weihe zum Diakon strahlt Ronald Brings Ruhe und Vorfreude aus. "Ich freue mich auf die Weihe im Kölner Dom, die sicher nicht nur für mich persönlich etwas Besonderes ist", sagt der 48 Jahre alte studierte Kommunikationswirt. Denn Messdiener und andere Pfarrangehörige von St. Michael sind eingeladen, an der Diakonenweihe am 21. November ab 10 Uhr im Hohen Dom zu Köln teilzunehmen.

Seit 2002 wohnt Brings mit seiner Familie in Dormagen, seit dieser Zeit trug er sich mit dem Gedanken, sich mehr als mit Gemeindearbeit als Lektor für die Kirche zu engagieren: "Es ist eine sehr angenehme, lebendige und offene Gemeinde", findet Brings, der aus einem "ur-katholischen Haus" stammt und in Roggendorf groß geworden ist. Bevor der gebürtige Kölner nun gemeinsam mit fünf anderen Männern von Erzbischof Rainer Maria Woelki zum Diakon geweiht werden kann, musste er eine vierjährige Ausbildung am Diakoneninstitut in Köln absolvieren.

Mit seiner Entscheidung für das geistliche Ehrenamt hat Ronald Brings Pfarrer Peter Stelten sehr erfreut, der auf die verschiedenen Berufe in der katholischen Kirche verweist: "Ich bin sehr froh, dass Herr Brings bald unser Seelsorge-Team verstärkt." Dabei möchte Stelten keinen Unterschied zwischen dem Diakon im Hauptberuf wie Klaus Roginger und dem mit Zivilberuf wie Ronald Brings machen: "Beides sind Diakone und zum Dienst in der Gemeinde hervorragend ausgebildet", lobt Stelten die langjährige, umfassende Ausbildung: "Priester und Diakon haben beide Anteil am Vollamt des Bischofs - alle arbeiten an der Kirche." Da müsste auch der theologische Kenntnisstand ein ähnlicher sein. Der Pfarrer sieht sich sogar "nur hilfsweise als Prediger einspringen, wenn der Diakon nicht da ist", schreibt er dem Diakon die Aufgabe der Verkündigung des Wortes Gottes zu.

Die "Spät-Berufung" des 48-Jährigen gründet sich auf den ganz konkreten Wunsch, Priester zu werden: "Das wollte ich mit 17 Jahren wirklich werden, habe mich dann aber bewusst für eine Familie entschieden, was auch eine Berufung ist", erklärt Brings, der den Gedanken, in der Seelsorge mitzuwirken aber nie weit weg gepackt hatte: "Das lag länger in einer Schublade, bis ich es vor rund acht Jahren wieder herausgeholt habe", sagt der verheiratete Brings. "Das ging nur in Absprache mit meiner Frau und unseren Kindern." Die Tochter ist 16 Jahre, der Sohn wird bald elf Jahre alt. Auch für die Arbeitskollegen bei einem großen Energiekonzern, wo Brings für Kundenbindung und -entwicklung zuständig ist, war es eine Umstellung, mit einem künftigen Seelsorger zusammenzuarbeiten, wie Bring berichtet.

Vier Jahre lang pendelte Ronald Brings zwischen den beiden Welten Beruf und Studium - jeden Freitag und Samstag ging es zur Ausbildung ans Diakoneninstitut, zusätzlich gab es spezielle Studienwochen: "Die Ausbildung war fundiert, aber sehr lebensnah und nicht verstaubt", sagt Brings.

Quelle: NGZ
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