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Dormagen
Der Tierfotograf vom Tannenbusch

Dormagen. Der Zonser Michael Albrecht ist "auf der Jagd nach Tieren" - allerdings nur, um sie zu fotografieren. Der 33-Jährige ist für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) oft im Tierpark Tannenbusch im Einsatz. Von Carina Wernig

Frühmorgens, am besten noch vor Sonnenaufgang, macht sich Michael Albrecht auf den Weg. Sein Ziel: die Rheinwiesen und der Deich in Zons oder auch der Wald in Straberg, Knechtsteden oder Delhoven. Der 33-Jährige ist leidenschaftlicher Natur- und Tierfotograf, wobei er seine Hunde oft als "Model" auf seinen Fotos mit verewigt: "Im Sommer um 4.30 Uhr unterwegs zu sein, ist das Beste: Die Luft ist sauber, man riecht die Natur, und alles strahlt Ruhe und Gelassenheit aus", sagt der Zonser, der sich ehrenamtlich im Vorstand der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Dormagen engagiert. Für die SDW ist er oft im Tierpark Tannenbusch im Einsatz, hat Fotos für Flyer und Aktionen rund um das beliebte Ausflugsziel erstellt.

Den Anstoß zum Fotografieren gab Boxer Hermann, der inzwischen gestorben ist: "Ich war viel mit ihm im Wald unterwegs, da habe ich ihn und die Umgebung mit einer Kamera festgehalten", erinnert sich der in Sachsen-Anhalt geborene Albrecht, der seit 2001 in Dormagen lebt. Gelernt hat er Trockenbaumonteur; er arbeitete lange in der Nachtschicht im Tiefkühllager eines Tiefkühlspeisen-Auslieferers, bevor er 2008 bei der Dormagener Gesellschaft "Habermann hoch zwei" anfing. Jetzt ist Albrecht Lagerleiter und stellvertretender Produktionsleiter. Für seine Naturfotos, von denen er jetzt einen Kalender für 2017 erstellt hat, hat er im Februar ein Gewerbe angemeldet. Denn das Fotografieren hat ihn gepackt: "Bei den Spaziergängen habe ich dann ab und zu ein Reh oder schöne Blümchen gesehen, seither bin ich immer auf der Pirsch nach tollen Naturmotiven."

So faszinierend er Sonnenuntergänge und stimmungsvolle Landschaftsfotos auch findet, seine besondere Vorliebe gilt den Tieren, vor allem den schwer aufspürbaren. "Da sitze ich auch schon mal vier Stunden am Waldrand in einem Tarnzelt und warte auf Hirsche", berichtet Michael Albrecht lachend. Das macht er natürlich nur in Absprache mit dem Förster, Jagdpächter oder Besitzer. "Man muss Zeit mitbringen, wenn man Tiere mit der Kamera einfangen will", zieht er Vergleiche zum Angeln, einem weiteren Hobby, für das er jedoch kaum noch Zeit hat. Da fühle er sich durchaus "wie auf der Jagd", wenn er zum Beispiel in Straberg ein dort brütendes Uhu-Paar aufspüren möchte, was ihm mehrfach gelang. Dort kam auch nach einer zufälligen Begegnung mit Marc Pellekoorne, dem Vorsitzenden der SDW, der Kontakt zur Schutzgemeinschaft zustande.

"Es ist toll, auch mal Tiere wahrzunehmen, die andere nicht so einfach bemerken - wie eine Blindschleiche am Wegesrand oder in Mauervorsprüngen kauernde Steinkäuze in Zons, die man sonst nur hört, aber nicht sieht", sagt Michael Albrecht. Bisher hatte er frühmorgens neben Labrador Nebula seinen fast einjährigen Sohn Oskar dabei: "Er kennt schon viele schöne Flecken in Dormagen", sagt Albrecht lachend. Seine Kamera hat er immer mit, auch wenn er nur kurz aus dem Haus geht: "Es könnte ja ein lohnendes Motiv auftauchen."

Quelle: NGZ
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