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Dormagen
DHL will Paketzentrum am Silbersee

Dormagen: DHL will Paketzentrum am Silbersee
Erik Schöddert (RWE), Thomas Schlickenrieder (DHL), Michael Eyll-Vetter (RWE), Bürgermeister Erik Lierenfeld, Anja Kühlkamp (NRW.Invest), Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (v.l.) unterzeichneten die Absichtserklärung. FOTO: Stadt
Dormagen. Mit einer Absichtserklärung sprechen sich Stadt, Kreis, NRW.Invest, RWE Power und DHL dafür aus, das Mega-Projekt bis 2022 zu realisieren: 600 Arbeitsplätze sollen auf 140.000 Quadratmetern entstehen. A 57-Anschluss ist entscheidend. Von Carina Wernig

Ein wichtiger Schritt in der Vermarktung des Silbersee-Gewerbegebietes in Delrath ist am Dienstag gelungen: Die Deutsche Post DHL Group (DHL) hat schriftlich ihre Absicht bekundet, in Dormagen ein "grünes Logistikprojekt" zu verwirklichen, das nicht nur mit einer Investitionssumme von rund 150 Millionen Euro große Dimensionen hat: Wie die Stadt gestern mitteilte, will DHL auf einer Fläche von 140.000 Quadratmetern ein neues Mega-Paketzentrum mit rund 600 tarifgebundenen Arbeitsplätzen errichten. Der Betrieb soll 2022 am Silbersee starten. Daran habe das Unternehmen im "Letter of Intent" sein Interesse fixiert.

Diese Absichtserklärung hat nicht nur DHL abgegeben, sondern sie ist eine gemeinsame Vereinbarung mehrerer Partner: So hat Bürgermeister Erik Lierenfeld für die Stadt Dormagen unterzeichnet, ebenso Landrat Hans-Jürgen Petrauschke für den Rhein-Kreis Neuss und Vertreter von RWE Power, Eigentümer des rund 50 Hektar großen Areals, und von der landeseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.Invest.

Allerdings ist diese Erklärung nicht gleichbedeutend mit der Umsetzung, wie Lierenfeld betonte: Die Realisierung hänge unmittelbar davon ab, dass der direkte Autobahnanschluss an die A 57 komme. "Das DHL-Paketzentrum am Silbersee steht und fällt mit einer Anschlussstelle Delrath", wies der Bürgermeister darauf hin, dass die Verkehrssituation, insbesondere auf der B 9, eine Direktanbindung zwingend erforderlich mache. "Und die würde übrigens nicht nur Unternehmen helfen, sondern auch vielen Bürgern, die dort jeden Tag im Stau stehen", sagte er.

Ein Grund mehr für den Rhein-Kreis, den Autobahnanschluss nun mit Hochdruck voranzutreiben. "Durch den Anschluss an die A 57 können wir die ganze Region erheblich entlasten. Auf der B 9 hätten wir dadurch jeden Tag etwa 10.000 Fahrzeuge weniger", fasst Landrat Petrauschke zusammen. "Der Rhein-Kreis wird bis zum Herbst bei der Bezirksregierung Düsseldorf einen entsprechenden Planfeststellungsantrag einreichen", versprach er.

Einen "wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung eines für den Wirtschaftsstandort Dormagen wichtigen Vorhabens" nannte Michael Bison, Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen, diese Erklärung. Aber sie sei noch mehr, so Bison: "Durch die Absichtserklärung und die damit verbundene Bündelung gemeinsamer Interessen verschiedener Akteure wird die Realisierung der enorm wichtigen Anschlussstelle Delrath positiv unterstützt." Natürlich freue er sich, wenn "unser Standort durch ein Investment von 150 Millionen Euro nachhaltig gestärkt wird".

Auch der Leiter Tagebauentwicklung bei RWE Power, Michael Eyll-Vetter, bewertete die Absichtserklärung positiv: "Das Areal am Silbersee entwickelt sich von einer Industriebrache und Vorhaltefläche zu einer Erfolgsgeschichte." Er führte aus: "Es ist schön, dass wir mit unseren Grundstücken und unserer Erfahrung im Flächenmanagement dazu beitragen können, dass hier eine optimale Lösung für die Stadt, den Kreis und das Unternehmen in Aussicht steht."

Unterstützung für das Vorhaben sicherte auch Petra Wassner zu, Geschäftsführerin von NRW.Invest, einer 100-prozentigen Tochter der Landesregierung: "Wir werden dieses Projekt begleiten und unterstützen: Politisch und inhaltlich."

Quelle: NGZ
 
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