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Dormagen
Die alten "Helden" wollen wieder rocken

Dormagen: Die alten "Helden" wollen wieder rocken
Die "Helden von damals" wollen morgen Abend ab 21 Uhr in der "Tanke" abrocken (v.l.): Hans Jörg Reif, Hans-Bernd Schmitz und Jürgen "Archie" Deneke. FOTO: ati
Dormagen. Aus vier mach' eins: Fünf Musiker ehemaliger Dormagener Bands haben sich jetzt neu formiert. Sie treten am Samstag unter dem Namen "Wir waren Helden" in der "Tanke" auf. Das steckt hinter dem Experiment. Von Christian Kandzorra

Sie waren Helden. Und irgendwie sind sie es immer noch. Denn richtig in Vergessenheit geraten sind sie nie, die Größen der Musikszene in Dormagen. Auch wenn die Musiker zuletzt Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre auf der Bühne standen - in der Zeit der langen Mähnen und Schulterpolster. "Früher sind wir aufgetreten, weil wir eine Botschaft verbreiten wollten. Heute geht es uns mehr um den Spaß an der Sache", sagt Hans-Bernd Schmitz. Er spielte einst in der "Brasselband" Deutschrock, Popcover und "Selbstgestricktes" - genauso wie Jürgen "Archie" Deneke und Uwe Schmidt in der Band "Coma", Hans Jörg Reif bei den "Exploding Bedrooms" und Oliver Schmitz in der "Willi-Blau-Band".

Die fünf Musiker aus ehemals vier verschiedenen Formationen haben sich jetzt neu formiert. "Wir waren Helden" heißt das Ergebnis - eine Gruppe, die sich aus den Mitgliedern der alten Dormagener Bands zusammensetzt. Diese "alten Hasen" der Szene haben ein neues Programm auf die Beine gestellt. Und zwar ein verdammt rockiges Programm, das sie morgen Abend ab 21 Uhr in der Discothek "Tank-Stelle" auf die Bühne bringen wollen. Auf dem Plan stehen Songs von Bands wie AC/DC, Eurythmics, Greenday oder den "Foo Fighters", die sie covern und denen sie einen rockigen Touch verpassen wollen.

Die Band "Coma" mit Sänger Jürgen Deneke (vorne am Mikro) und Schlagzeuger Uwe Schmidt (hinten rechts).

Die Mitglieder der Coverband dürften vielen Dormagenern noch gut bekannt sein. Denn sie alle haben als junge Männer die Musikszene der Stadt geprägt, sind früher zum Beispiel bei den Events "Rock am Rhing" in Zons dabei gewesen und haben ihrem Publikum von der Freilichtbühne aus ordentlich eingeheizt. "Aber irgendwann war Schluss. Wir sind alle ins Berufsleben eingestiegen, die alten Bands haben sich aufgelöst", erzählt Hans-Bernd Schmitz (55).

Lange Zeit war Ruhe - doch eingestaubt sind ihre Instrumente nie. Und ganz aus den Augen verloren haben sie die Musik auch nicht. Im Gegenteil. "Für die Geburtstagsparty meiner damaligen Freundin haben wir uns 2009 wieder zusammengefunden", berichtet Jürgen Deneke (51). Er sang einst in der Band "Coma", in der auch Uwe Schmidt Schlagzeug spielte.

Die "Exploding Bedrooms" Anfang der 1990er Jahre mit Hans Jörg Reif (im karierten Schlafanzug). FOTO: schmitz

Jetzt wollen die fünf Musiker mit ihrem Auftritt auch die Menschen erreichen, die sie noch aus alten Zeiten kennen. "Eigentlich hatten wir nicht geplant, noch einmal öffentlich aufzutreten", erzählt Hans Jörg Reif (42), der früher Teil der "Exploding Bedrooms" war und morgen Bass spielen wird. Aber die Proben machen allen Spaß - und das seit inzwischen vier Jahren.

Ob sie planen, sich langfristig wieder als Band zu etablieren? "In unserem Alter kann man nicht mehr langfristig planen", sagt Oliver Schmitz und lacht. "Wir sehen das mehr als Experiment. Es geht rein um die Kunst." Der 46-Jährige spielt morgen Abend Keyboard und singt. Trotzdem geht für die Musiker jetzt ein großer Wunsch in Erfüllung, denn sie hatten schon lange davon geträumt, noch einmal live zu spielen - und das auf einer der angesagtesten Bühnen der Stadt.

Für den Auftritt ist eine Stunde angesetzt, los geht's um 21 Uhr. "Einlass ist ab 20 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei", sagt Hans-Bernd Schmitz. Das Quintett hatte übrigens vor rund 20 Jahren am Konzept der Kult-Disco "Tanke" an der Mathias-Giesen-Straße 10 mitgewirkt.

Quelle: NGZ
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